Ernennung gegen Widerstände Trump-Kandidat wird Präsident der Weltbank
David Malpass (links) und Donald Trump (Archivbild)
Foto: Jim Young/REUTERSDer US-amerikanische Ökonom David Malpass ist zum neuen Präsidenten der Weltbank ernannt worden, wie die Organisation mitteilte. Die Amtszeit von Malpass beträgt fünf Jahre. Der 63-Jährige war der einzige Kandidat für das Amt.
Malpass wird in der kommenden Woche bei der Frühjahrstagung des Internationalen Währungsfonds und der Weltbank in Washington erstmals in neuer Funktion vor das Publikum treten.
Malpass gilt als Vertrauter von US-Finanzminister Steven Mnuchin und hat den Segen von Präsident Donald Trump. Der frühere Investmentbanker hat bereits für die Präsidenten Ronald Reagan und George H. W. Bush in unterschiedlichen Funktionen Regierungsgeschäfte geführt. Im Finanzministerium Trumps verhandelte er unter anderem über eine Kapitalerhöhung der Weltbank mit.
Im Video: Malpass' Nominierung als Weltbank-Chef
Als größter Anteilseigner dürfen die USA traditionell den Weltbankpräsidenten bestimmen, während die Europäer den Chef des IWF stellen. Nach dem überraschenden Rücktritt von Weltbank-Präsident Jim Yong Kim im Januar hatte es Forderungen gegeben, mit dieser Tradition zu brechen.
Denn Malpass hat sich in der Vergangenheit wiederholt kritisch über die Weltbank geäußert - Kritiker befürchten deshalb, er wolle die Institution von innen heraus schwächen. "Ein unverbesserlicher Brandstifter wird jetzt unser Brandmeister", twitterte der liberianische Ex-Politiker Gyude Moore, als die Nominierung bekannt wurde.
Zuletzt war spekuliert worden, ob Europa sich gegen Malpass' Nominierung wendet und eigene Kandidaten benennt. Bereits im Jahr 2012 hatten einige Staaten zwei angesehene Fachleute aus Nigeria und Kolumbien nominiert - die USA setzten sich jedoch auch damals mit ihrem Vorschlag durch.