Weltbank: Deutschland fordert Rücktritt von Wolfowitz - DER SPIEGEL
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Weltbank Deutschland fordert Rücktritt von Wolfowitz

"Nicht mehr tragbar", "Konsequenzen ziehen - je schneller, desto besser": Deutschland bezieht eine deutliche Position in der Affäre um den Weltbankchef und Bush-Vertrauten Wolfowitz. Entwicklungshilfeministerin Wieczorek-Zeul legt ihm den raschen Rücktritt nahe.
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Hamburg - Heidemarie Wieczorek-Zeul fand klare Worte: "Die Situation ist so, wie sie sich darstellt, nicht mehr tragbar", sagte sie der "Financial Times Deutschland". Es gehe darum, weiteren Schaden für die Bank abzuwenden. "Meine Schlussfolgerung ist, dass Wolfowitz der Bank einen Dienst erweisen und selbst die Konsequenzen ziehen sollte. Je schneller, desto besser."

Die Sozialdemokratin Wieczorek-Zeul ist in der deutschen Regierung zuständige Ministerin für die Weltbank und gleichzeitig deutsche Gouverneurin. Deutschland gehört mit Großbritannien und Frankreich nach den USA zu den größten Anteilseignern. Wie es heißt, sind sich die europäischen Staaten in der Einschätzung einig, dass der ehemalige US- Vizeverteidigungsminister nicht mehr zu halten ist.

In Berlin geht man dem Bericht zufolge außerdem davon aus, dass auch die USA Interesse an einer Neubesetzung haben, zumal es Washington überlassen werden soll, einen Nachfolger vorzuschlagen. "Es geht dabei nicht um eine Konfrontation mit den USA", sagte die Ministerin dazu. "Meine Hoffnung ist, dass die Bedenken der Anteilseigner auch in den USA verstanden werden. Das Recht der USA auf die Benennung des Weltbankpräsidenten wird damit nicht in Frage gestellt."

Wieczorek-Zeul begründet ihre Rücktrittsforderung vor allem mit dem Anspruch der Bank, in Entwicklungsländern Korruption zu bekämpfen. "Durch die Vorkommnisse um die Entscheidung zu (Wolfowitz' Partnerin) Frau Shaha Riza werden die Glaubwürdigkeit von Paul Wolfowitz und die Glaubwürdigkeit der Bank in ihrem Einsatz für gute Regierungsführung in Entwicklungsländern in Zweifel gezogen", sagt sie. "Das dürfen und werden die Anteilseigner um der Integrität der Weltbank willen nicht hinnehmen."

Riza war unter Wolfowitz' Ära mit einem gut dotierten Posten versorgt worden. Unter anderem hat schon die Personalvertretung der Weltbank seinen Rücktritt gefordert.

ler/dpa