Weltbank-Nachfolge: EU hat Bedenken gegen Wolfowitz - DER SPIEGEL
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Weltbank-Nachfolge EU hat Bedenken gegen Wolfowitz

Das Tauziehen um die Nominierung des neuen Weltbankchefs geht weiter. Auf dem EU-Gipfel in Brüssel sind jetzt Befürworter und Kritiker von Paul Wolfowitz aufeinander getroffen. Dabei wurden offen Bedenken gegen den umstrittenen US-Kandidaten geäußert.
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Brüssel - Während der niederländische Finanzminister Gerrit Zalm sagte, es gebe unter seinen EU-Kollegen keine negative Einstellung gegenüber Wolfowitz, wurden von anderen Gipfelteilnehmern Vorbehalte geäußert. "Es gibt einige Bedenken darüber, wie Wolfowitz die Politik der Weltbank gestalten will", fasste Luxemburgs Wirtschaftsminister Jeannot Krecke die Vorbehalte zusammen. Nun hoffe man darauf, dass Wolfowitz bald erkläre, welche Pläne er habe. "Und das sollte vor dem 31. März sein", forderte Krecke.

Zuvor hatte Bundeskanzler Gerhard Schröder in einem Interview erklärt, er habe US-Präsident George W. Bush telefonisch zugesagt, dass die Bundesregierung die Wahl von Wolfowitz nicht blockieren werde. Man werde vielleicht noch "positiv überrascht" sein von der Arbeit des künftigen Weltbankchefs, meinte der Kanzler. Er gehe davon aus, dass die Deutschen konstruktiv mit dem US-Amerikaner zusammenarbeiten könnten.

Die Nominierung des Falken und Vize-Pentagonchefs Wolfowitz ist bei verschiedenen Regierungen auf Ablehnung gestoßen. Die Kritiker werfen ihm eine zu radikale politische Haltung vor und monieren, ihm mangele es an Erfahrung im Bankwesen.

Wolfowitz hat bereits angedeutet, seine Ziele demnächst in einem Gespräch bei der EU-Kommission erläutern zu wollen. Der Kandidat habe eine Einladung von EU-Entwicklungskommissar Louis Michel angenommen, teilte eine Sprecherin der Brüsseler Behörde mit. Traditionell steht der Posten des Weltbankchefs einem US-Amerikaner zu, während ein Europäer den Internationalen Währungsfonds (IWF) leitet.