Weltbank-Nachfolge: Schröder schwärmt von Wolfowitz - DER SPIEGEL
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Weltbank-Nachfolge Schröder schwärmt von Wolfowitz

Paul Wolfowitz, der umstrittene US-Kandidat für den Posten des Weltbankchefs, will nach Brüssel reisen, um seine Kritiker in Europa für sich zu gewinnen. Zumindest den deutschen Bundeskanzler aber muss er gar nicht mehr überzeugen.
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Berlin/Brüssel - Schröder sagte in einem Interview bei n-tv, er habe US-Präsident George W. Bush telefonisch zugesagt, dass die Bundesregierung die Wahl von Wolfowitz nicht blockieren werde. Man werde vielleicht noch "positiv überrascht" sein von der Arbeit des künftigen Weltbankchefs, sagte der Kanzler. Er gehe davon aus, dass die Deutschen konstruktiv mit dem US-Amerikaner zusammenarbeiten könnten.

Die Nominierung des Falken und Vize-Pentagonchefs Wolfowitz war bei verschiedenen Regierungen auf Ablehung gestoßen. Die Kritiker werfen Wolfowitz eine zu radikale politische Haltung vor und monieren, ihm mangele es an Erfahrung im Bankwesen.

Wolfowitz will seine Ziele demnächst in einem Gespräch bei der EU-Kommission erläutern. Der Kandidat habe eine Einladung von EU-Entwicklungskommissar Louis Michel angenommen, teilte eine Sprecherin der Brüsseler Behörde mit. Kommissar Michel war als belgischer Außenminister einer der entschiedensten Gegner des Irak-Kriegs, zu dessen Vordenkern Wolfowitz gehörte.

Die Nominierung von Wolfowitz wird an diesem Dienstag auch Thema in den Gesprächen der EU-Finanzminister beim Brüsseler EU-Gipfel. Traditionell steht der Posten des Weltbankchefs einem US-Amerikaner zu, während ein Europäer den Internationalen Währungsfonds (IWF) leitet.