Weltbank: Präsident Wolfensohn will aufhören - DER SPIEGEL
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Weltbank Präsident Wolfensohn will aufhören

Zehn Jahre stand Wolfensohn der Weltbank vor. Nun hat er genug. Eine dritte Amtszeit strebt er nicht mehr an. Zwischen ihm und der Bush-Regierung war es immer wieder zu Spannungen gekommen.
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Washington - Der 71-jährige Weltbank-Präsident hat mitgeteilt, zum Ende seiner zweiten Amtszeit im Juni aufhören zu wollen. Das berichtete die Wirtschaftsagentur Bloomberg. James Wolfensohn habe dem US-Fernsehsender ABC gesagt, dass zehn Jahre an der Spitze der Weltbank genug seien.

"Ich hatte zehn Jahre, und ich glaube, das ist wahrscheinlich genug", sagte Wolfensohn. Im Laufe des Jahres werde er sein Amt an einen anderen übergeben.

Die Aufgabe des Amtes kommt nicht überraschend. Wolfensohn hatte eine mögliche Verlängerung vom Ausgang der Präsidentenwahl in den USA abhängig gemacht. Nach US-Medienberichten soll es mehrfach Spannungen zwischen der US-Regierung und Wolfensohn über die Finanzierung und den Einsatz der Weltbank-Hilfen gegeben haben.

Zum öffentlichen Streit kam es im April 2003 mit US-Finanzminister John Snow. Snow hatte nach dem Sturz des Regimes von Saddam Hussein eine rasche Schätzung für notwendige Hilfsleistungen verlangt. Die US-Regierung soll ferner auf Reformen bei der Kreditvergabe bestanden haben.

Der gebürtige Australier Wolfensohn war 1995 vom damaligen Präsidenten Bill Clinton für das Amt nominiert worden. Der Tradition zufolge nominiert die US-Regierung den Präsidenten der Weltbank seit die Institution 1944 gegründet wurde.