Weltbörsen: Ramschpreise für Blue Chips - DER SPIEGEL
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Weltbörsen Ramschpreise für Blue Chips

Viele Börsianer hielten sich vergangene Woche an den zynischen Leitsatz "Kaufe, wenn die Bomben fallen". Wie es weiter geht, hängt vom Kriegsglück der Amerikaner ab.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Nach den Angriffen auf Afghanistan gewannen manche Aktien so schnell wie selten zuvor. Innerhalb weniger Tage legten beispielsweise Bayer und das Dax-Schwergewicht Siemens um mehr als 30 Prozent zu, der Börsenwert der Allianz stieg seit dem 21. September um 16 Milliarden Euro. In den meisten Fällen wurden allerdings nur die teilweise irrationalen Übertreibungen korrigiert, die nach dem Anschlag vom 11. September in New York entstanden waren.

"Das waren Ausverkaufspreise", sagt der Münchner Vermögensverwalter Gottfried Heller. Er habe die Gelegenheit genutzt, Blue Chips wie IBM, Philips, Bayer oder die Münchner Rück zu kaufen.

Wie es weitergeht an der Börse, hängt nicht nur am Kriegsglück der Amerikaner, sondern auch an der konjunkturellen Entwicklung. Während in den USA pessimistische Stimmen vorherrschen, ist Heller sehr optimistisch. Durch den Terroranschlag werde es im nächsten Jahr ein stärkeres Wachstum geben als bisher erwartet. Das begründet der Chef der Vermögensverwaltung Fiduka mit dem US-Konjunkturprogramm und den niedrigen Zinsen.

Allerdings: Ein einziger neuer Terroranschlag in den USA könnte der Börsenhausse jäh wieder die Grundlage entziehen.