Welteke-Affäre: Austermann droht Eichel mit Untersuchungsausschuss - DER SPIEGEL
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Welteke-Affäre Austermann droht Eichel mit Untersuchungsausschuss

In der Adlon-Affäre des Noch-Bundesbankers Ernst Welteke will der Unionspolitiker Austermann nicht so schnell aufgeben. Er interessiert sie sich vor allem für die Frage, ob Finanzminister Eichel selbst Welteke beim SPIEGEL angeschwärzt hat. Das wolle man notfalls per Untersuchungsausschuss prüfen, droht er.
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Berlin - Sollten Eichel und sein Berater Klaus-Peter Schmidt-Deguelle bei einer Befragung im Haushaltsausschuss keine klaren Auskünfte geben, "schließe ich nichts aus", sagte der CDU-Haushaltsexperte Dietrich Austermann der "Welt". Zunächst setze er aber auf die Anhörung im Haushaltsausschuss und die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft. Austermann fährt seit Tagen wegen der Welteke-Affäre eine Kampagne gegen die Bundesregierung.

Nach Einschätzung der Union könnten die Informationen über den zunächst von der Dresdner Bank bezahlten Hotelaufenthalt für Welteke und seine Familie aus dem Finanzministerium selbst stammen und von dort aus an die Presse lanciert worden sein. Eichel und Schmidt-Deguelle haben dies scharf zurückgewiesen.

Verschwörung oder nicht?

Welteke war Silvester 2001 zur Euro-Bargeldeinführung von der Dresdner Bank nach Berlin eingeladen. Für den mehrtägigen Hotel-Aufenthalt im Adlon hatte die Bank für Welteke und seine Familie rund 7600 Euro bezahlt. Der SPIEGEL hatte dies öffentlich gemacht. Aber auch das Finanzministerium hatte erklärt, Tage vor dem Bericht anonyme Briefe desselben Inhalts erhalten zu haben und Welteke darüber informiert zu haben.

Welteke hatte nach Bekanntwerden der Einladung sein Vorgehen zunächst verteidigt. Später hatte er erklärt, die Rechnung werde nun zu Teilen von der Bundesbank und zu Teilen von ihm bezahlt. Inzwischen ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen Welteke wegen des Verdachts der Vorteilsnahme.

Derzeit lässt Welteke sein Amt ruhen. Die Bundesregierung hat ihn zum Rücktritt gedrängt. Einige Unionspolitiker mutmaßen, die Regierung könnte versucht haben, durch Indiskretionen Welteke in die Kritik zu bringen und ihn so aus dem Amt zu drängen, weil er wiederholt die Politik der Regierung kritisiert hatte.