Weltekes Silvester-Sause Büßen und blechen
Frankfurt am Main - Es gebe Verhandlungen über eine "einverständliche Regelung", sagte der Leitende Frankfurter Oberstaatsanwalt Hubert Hardt am Samstag. Er bestätigte damit einen Bericht der "Bild"-Zeitung vom selben Tag. Zur Höhe der Zahlung wollte sich Hardt nicht äußern. Dem Zeitungsbericht zufolge knüpft die Behörde den Verzicht auf eine Anklage an eine Auflage in Höhe von 50.000 Euro.
Welteke ist vor einem Monat von seinem Amt zurückgetreten, nachdem bekannt geworden war, dass er zur Euro-Bargeldeinführung Silvester 2001/2002 vier Tage mit Familie für 7661,20 Euro im Berliner Luxus- Hotel Adlon auf Kosten der Dresdner Bank verbracht hatte. Welteke und die Bundesbank beglichen daraufhin die Rechnung. Sollte sich Welteke mit der Staatsanwaltschaft nicht einigen, könnte diese einen Strafbefehl ergehen lassen. Falls die Summe 90 Tagessätze überschreitet, würde dies im polizeilichen Führungszeugnis eingetragen. Damit wäre der Finanzexperte vorbestraft.
Um künftig ähnlichen Fällen vorzubeugen, warnt der neue Ethik- Beauftragte der Bundesbank, Theodor Baums, den Vorstand davor, sich von anderen Geldinstituten hofieren zu lassen. Bei "gezielten Einladungen" gerate man "schnell in den roten Bereich", mahnte der Leiter des Instituts für Bankrecht an der Universität Frankfurt nach einem Bericht der Illustrierten "Focus". Seine rechtlichen Leitlinien wolle Baums diese Woche veröffentlichen.