Welthandel: Australier lernen "Aldi" - DER SPIEGEL
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Welthandel Australier lernen "Aldi"

Aldi hat seine ersten beiden Läden in Australien eröffnet. Viele Errungenschaften deutscher Einkaufskultur müssen den neuen Kunden erst noch beigebracht werden.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Sydney - Die beiden größten Fernsehsender Australiens brachten zehnminütige Reportagen über den Start der beiden Aldi-Märkte in Sydney. In nächster Zukunft sollen sechs weitere in Australiens größter Stadt ihre Türen öffnen.

Zum Einkaufen in den Geschäften, die exakt den Vorbildern in Deutschland entsprechen, mussten die Kunden erst einmal "angelernt" werden. Das Münzsystem für Einkaufswagen ist in Australien unbekannt. Außerdem sind die Kunden nicht daran gewöhnt, dass sie für Plastiktüten bezahlen (15 Cent, 18 Pfennig) und ihre Einkäufe selbst einpacken müssen. Größte Verkaufsschlager am ersten Tag waren 51- Zentimeter-Fernseher und Mikrowellen. Unter den Kunden waren auffallend viele Deutsche, außerdem osteuropäische Einwanderer und Türken.

In der Fachpresse wird damit gerechnet, dass der deutsche Discounter allein im Bundesland Neusüdwales 100 Läden starten wird, bevor er auch in anderen Bundesländern aktiv wird. Nicht überall dürfte Aldi willkommen geheißen werden. In dem kleinen Örtchen Ulladulla, rund 200 Kilometer südlich von Sydney, haben sich bereits Bürger zusammengeschlossen, um gegen den "fremden Eindringling" zu protestieren. Sie sehen einheimische Geschäfte und Arbeitsplätze bedroht.

Die Konkurrenz hat den Einstieg des neuen Wettbewerbers bisher auf die leichte Schulter genommen. In Australien wird der Markt von den beiden Ketten Woolworths und Coles dominiert. Deren Riesen-Supermärkte nach amerikanischem Muster führen jeweils fast 30.000 Artikel. Das Aldi- Sortiment umfasst nur rund 700 Artikel.

Direkter Konkurrent ist die Billigkette Franklins, deren Marktanteil nur knapp über zehn Prozent liegt. Jüngsten Medienberichten zufolge könnte Franklins zum Verkauf stehen, was es Aldi erleichtern könnte, sich weitere Standorte zu sichern.

Alexander Hoffmann, dpa