Welthandel: Blair mahnt zur Eile im Agrarstreit - DER SPIEGEL
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Welthandel Blair mahnt zur Eile im Agrarstreit

Einen Monat vor der Welthandelskonferenz in Hongkong hat der britische Premier Tony Blair die USA und die EU aufgefordert, sich im Streit um Agrarförderungen zu bewegen. Ohne ihr Einlenken sei die derzeitige Blockade nicht zu durchbrechen
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London - Bei einem Empfang des Londoner Bürgermeisters sagte Blair, Es bestehe die Gefahr, dass die Ministerkonferenz der Welthandelsorganisation WTO scheitere. Dies wäre nach seinen Worten unverantwortlich.

Die Landwirtschaft trage in den reichen Ländern nur zwei Prozent zur Wirtschaftsleistung bei, sagte er. "Können wir es uns erlauben, wegen des Subventionsstreits ein Abkommen zu blockieren, das jenem Fünftel der Menschheit Hoffnung gibt, das von weniger als einem Dollar pro Tag lebt?"

Nach Blairs Einschätzung führt kein Weg daran vorbei, "handelsverzerrende Subventionen zu reduzieren, ein glaubwürdiges Ende für Exportsubventionen festzusetzen und der Zahl der Produkte, die gesondert geschützt werden, eine ehrgeizige Grenze zu setzen". Zugleich forderte er Entwicklungsländer wie Brasilien und Indien auf, ihren Industrie- und Dienstleistungssektor für ausländische Investitionen zu öffnen.

Die nächste WTO-Runde ist für Dezember in Hongkong geplant. Bei der so genannten Doha-Runde, die 2001 im Wüstenstaat Katar begann, ringen die Entwicklungsländer mit der EU und den USA um einen gleichberechtigten Zugang ihrer Agrarprodukte zum Weltmarkt.

Die EU hatte zuletzt eine Senkung der EU-Agrarsubventionen um 70 Prozent und einen Abbau der Importzölle für landwirtschaftliche Produkte um durchschnittlich 46 Prozent vorgeschlagen. Den Verhandlungspartnern geht dies nicht weit genug. Wie die EU fürchten auch Japan, Norwegen und die Schweiz die Folgen einer Zollsenkung für ihren Landwirtschaftssektor.