Weltkonjunktur: Europa verliert weiter an Boden - DER SPIEGEL
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Weltkonjunktur Europa verliert weiter an Boden

Der weltweite Wirtschaftsaufschwung hält einer Studie des Münchner Ifo-Instituts zufolge an. Die Boom-Regionen liegen allerdings in Asien und Nordamerika - Europa tritt weiterhin auf der Stelle.
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München - Das Fazit stimmt zuversichtlich: "Insgesamt belegten die neuen Umfrageergebnisse, dass sich die Weltwirtschaft derzeit in einer deutlich günstigeren Verfassung befindet als noch vor einem Jahr", resümieren die Forscher des Ifo-Instituts in dem am Montag vom Institut veröffentlichten Ifo World Economic Survey zum zweiten Quartal 2004. Der Klimaindikator liege mit 110,1 deutlich über seinem langjährigen Durchschnitt von 93,0. Während sich die Erwartungen für die nächsten sechs Monate seit der Umfrage im Januar leicht abschwächten, hätten sich die Urteile zur Lage abermals etwas verbessert.

Die befragten Experten rechnen den Angaben nach in diesem Jahr mit einem Wachstum der Weltwirtschaft von 3,4 Prozent. Vor Jahresfrist war nur ein Wachstum von 2,1 Prozent erwartet worden.

Einzig die sehr unterschiedliche Wachstumsdynamik in den verschiedenen Wirtschaftsräumen gebe Anlass zur Sorge, heißt es in dem Bericht weiter. Während in Westeuropa die konjunkturelle Erholung dem Bericht zufolge noch als sehr verhalten eingeschätzt werde und kaum Anzeichen für eine Wachstumsbeschleunigung erkennbar seien, habe der Indikator für das Wirtschaftsklima in Asien weiterhin zugelegt. Der nordamerikanische Aufschwung werde von den Amerikaexperten weiterhin als robust eingeschätzt.

Die Verbraucherpreise dürften im Jahr 2004 nach Einschätzung der Befragungsteilnehmer weltweit um durchschnittlich 2,8 Prozent steigen. Im Euroraum rechneten die Experten mit einer Inflationsrate unter der Zwei-Prozent-Marke, was ziemlich genau den Zielvorstellungen der Europäischen Zentralbank entspreche.

Den Ifo World Economic Survey führt das Ifo-Institut zusammen mit der Internationalen Handelskammer in Paris vierteljährlich durch. An der jüngsten Erhebung im April nahmen den Angaben nach 1204 Experten aus 91 Ländern teil.