Weltkrise privat: Geheimplan für Steinbrück - DER SPIEGEL
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Weltkrise privat Geheimplan für Steinbrück

Sie haben einen alten Schuppen, der leersteht? Bieten Sie ihn Finanzminister Steinbrück an - als Endlager für systemrelevante Rettungsmilliarden. Das erspart uns allen Hyperinflation, Währungsreform und soziale Revolutionen!
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) sorgt sich um die wachsende Inflationsgefahr in Deutschland und darum, wie man das viele mittlerweile in den Markt gepumpte Geld rechtzeitig absaugen kann, wenn die Wirtschaft wieder anspringt. Dabei ist die makroökonomisch sinnvollste Lösung vergleichsweise simpel. Ich möchte mich deshalb hiermit als Zwischen- bis Endlager bewerben.

Finanzminister Steinbrück: Schuppen als Endlager?

Finanzminister Steinbrück: Schuppen als Endlager?

Foto: DPA

Nach ersten vorsichtigen Schätzungen passen in den Keller unseres Reihenendhauses etwa zehn Milliarden Euro (in sehr großen Scheinen). Weitere 2,5 Milliarden könnten - eingeschweißt als Dämmmaterial - in unserem Dachboden gelagert werden, für zwei Milliarden böte unser Schuppen im Garten Platz, eventuell würden wir auch den Teich trockenlegen. Wäre zwar ein bisschen schade um die fünf Frösche und den Molch, aber für die Zukunft der Marktwirtschaft müssen jetzt alle Opfer bringen.

In der direkten Nachbarschaft könnten wir überdies eine unauffällige Garage anmieten für weitere geschätzte 220 Milliarden.

Die Miete für das Objekt (73 Euro pro Monat) müsste man natürlich ebenso aus dem Bargeldbestand finanzieren wie ein neues Zahlenschloss für den Schuppen (15,99 Euro im Baumarkt).

Außerdem sollten wir für die Hausmeistertätigkeit angemessen bezahlt werden, die Banknoten-Pflege und -Aufsicht scheint mir für die gesamte Familie ein Fulltime-Job zu sein.

Mit einem mittleren sechsstelligen Bruttogehalt pro Jahr wären wir einverstanden, vermögenswirksame Leistungen inklusive. Auf einen Beamtenstatus legen wir keinen gesteigerten Wert.

Die finanzielle Gesamtbelastung für den Bund (500.891,99 Euro im ersten Jahr) halte ich für überschaubar, da wir der Republik im Gegenzug eine Menge Unannehmlichkeiten ersparen würden: Geldentwertung zum Beispiel, Hyperinflation und Währungsreform, ganz abgesehen von damit einhergehenden, nicht unerheblichen soziale Verwerfungen bzw. Revolutionen.

Wenn wir einen Teil der Barbestände zu ortsüblichen Zinssätzen bei unserer Filiale der Dresdner Bank (nicht lachen, man kommt aus so einem Girokonto ja schwer raus) als Tagesgeld anlegen, würden wir uns quasi selbst bezahlen, ohne die Weltbörsen in den nächsten Monaten über Gebühr zu irritieren.