Weltwirtschaftsforum: Auftritt der beiden Bills - DER SPIEGEL
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Weltwirtschaftsforum Auftritt der beiden Bills

Der beschauliche Schweizer Nobel-Skiort Davos wird ab Donnerstag zum Nabel der Welt. Beim 30. Weltwirtschaftsforum werden bis zum kommenden Dienstag nicht nur US-Präsident Bill Clinton und weitere internationale Prominenz erwartet, sondern auch zahlreiche Demonstranten.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Davos - Die Sicherheitsvorkehrungen in Davos sind auf der höchsten Stufe, denn die offizielle Gästeliste liest sich wie das Who-Is-Who der Politik, Wirtschaft und Wissenschaft. Mit Clinton besucht zu ersten Mal ein US-Präsident das Weltwirtschaftsforum. Er wird am Samstag mit Palästinenser-Präsident Jassir Arafat zusammentreffen. Beobachter gehen davon aus, dass auch Israels Ministerpräsident Ehud Barak kurzfristig nach Davos fliegen und Gespräche über den Nahost-Friedensprozess führen wird.

Auch Bill Gates gibt sich die Ehre. Der Microsoft-Gründer wird voraussichtlich am Montag gemeinsam mit Vertretern von Uno-Organisationen eine große Impfinitiative für Kinder ankündigen. Aus Deutschland reisen unter anderem Bundespräsident Johannes Rau (SPD) und Bundesbankpräsident Ernst Welteke an. Nicht teilnehmen werden Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) und Finanzminister Hans Eichel (SPD), der wegen eines Trauerfalls in seiner Familie kurzfristig absagen musste.

Die offiziellen Diskussionsthemen der 1200 Manager und 600 Politiker sind vielfältig und reichen von den geopolitischen Lehren aus den Konflikten im Kosovo und in Osttimor über das internationale Währungsmanagement bis zu der Frage nach der Rolle der Gentechnik und des Internets im neuen Jahrtausend. Doch viele Teilnehmer nutzen erfahrungsgemäß die Möglichkeit zu informellen Treffen, um wichtige Entscheidungen vorzubereiten.

Ärger gab es im Vorfeld mit angekündigten Protesten. Die Schweizer "Anti-WTO-Koalition" wollte sich nicht mit einer bewilligten Demonstration für Sonntag zufrieden geben. Die Gegner der Handelsliberalisierung, die auch im Dezember bei der von Ausschreitungen überschatteten WTO-Konferenz in Seattle vertreten waren, wollen unbedingt am Samstag in Davos demonstrieren, wenn Clinton da ist.