Weltwirtschaftsforum: Buhrufe vor Clintons Auftritt - DER SPIEGEL
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Weltwirtschaftsforum Buhrufe vor Clintons Auftritt

Bill Clinton nahm einen kräftigen Schluck aus der Flasche, dann legte er los. Vor rund 3000 Zuhörern beim Weltwirtschaftsforum in Davos forderte der US-Präsident die Entwicklungsländer dazu auf, ihren Widerstand gegen eine neue Runde der Handelsliberalisierung aufzugeben. Zuvor gab es aber im Auditorium erheblichen Unmut.
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Davos - Die befürchteten Proteste von Gegner der Welthandelsorganisation (WTO) blieben anfänglich aus, dafür gab es im Kongresszentrum selbst Ärger. Vor der Ankunft des Präsidenten wurden die anwesenden Konzernchefs und Politiker aufgefordert, den Saal wegen einer Sicherheitskontrolle zu verlassen. Die Topmanager, die für ihre Teilnahme am Weltwirtschaftsforum viel Geld bezahlen müssen, quittierten dies mit Pfiffen und Buhrufen.

Nachdem sich die Aufregung gelegt hatte, warb Clinton in seiner Rede für eine neue Freihandelsrunde. "Die Vorstellung, dass es uns allen besser gehen würde, wenn wir weniger freien, einen von Regeln bestimmten Handel hätten, ist von Grund auf falsch", sagte der Präsident. Die Liberalisierungsverhandlungen der Welthandelsorganisation (WTO), die im Dezember in Seattle gescheitert waren, sollten nach Auffassung Clintons schnellstens beginnen. Er versprach, dass die USA als ein Land, das besonders von der Globalisierung profitiert habe, sich den daraus ergebenden Verpflichtungen nicht entziehen werde.

Auch die EU müsse ihren Teil beitragen, um die Globalisierung gerechter zu machen, forderte Clinton. "Das heißt, auch die europäischen Agrar-Subventionen müssen jetzt auf den Tisch". Nach Angaben aus WTO-Kreisen lehnen momentan vor allem Indien und Pakistan die Aufnahme einer neuen Verhandlungsrunde ab.