Weltwirtschaftsforum: Gespannte Ruhe in Salzburg - DER SPIEGEL
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Weltwirtschaftsforum Gespannte Ruhe in Salzburg

Das Weltwirtschaftsforum in Salzburg hat einen ruhigen Auftakt genommen. Bislang gibt es nur wenige Kundgebungen von Globalisierungsgegnern. Aus Sorge vor möglichen Krawallen haben die Behörden aber Teile der Altstadt abgesperrt.
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YSalzburg/Wien - Für heute Nachmittag ist eine Großdemonstration mit hunderten Teilnehmern geplant. Die Tagung des Weltwirtschaftsforums soll um 15 Uhr offiziell eröffnet werden. Nach Medienberichten wurden bis zu 5000 Polizisten aus allen Teilen Österreichs nach Salzburg abkommandiert. Der Zugang zu beiden Altstadtteilen wird streng kontrolliert. Die Umgebung des Veranstaltungsortes sei nur Teilnehmern und Journalisten zugänglich, berichtete die österreichische Polizei. Die Zahl der an der Grenze Zurückgewiesenen habe sich in der Nacht auf 39 erhöht. An den Grenzübergängen kam es nur zu kürzeren Staus.

Ein Sprecher der Organisation ATTAC (Internationale Bewegung für die demokratische Kontrolle der Finanzmärkte), Christian Felber, kritisierte das massive Polizeiaufgebot. "Wir sind für Proteste, aber nicht Gewalt", sagte er. Die Behörden reagierten übertrieben und könnten Ausschreitungen provozieren. Felber sagte, die meisten Demonstranten wollten ihre Meinung friedlich ausdrücken, einige hundert seien jedoch gekommen, um Krawalle auszulösen. In den Straßen von Salzburg wurden bereits Plakate mit der Aufschrift "Stoppt Kinderarbeit" und "Kapitalismus zerstört" aufgehängt.

Österreich hatte vor Beginn der Tagung das Schengener Abkommen vorübergehend außer Kraft gesetzt und Personenkontrollen an der Grenze zu Deutschland und Italien wieder eingeführt. Ohne Personalausweis sei keine Einreise nach Österreich möglich, erklärten die Behörden. Die bayerische Polizei wies auf der Autobahn bei Kiefersfelden an der Grenze zu Österreich sieben Männer und Frauen zurück, die bereits als Randalierer aufgefallen waren.

An dem Treffen nehmen 600 Teilnehmer aus 44 Ländern teil, darunter auch 15 Staats- und Regierungschefs. Vorsitzender der Tagung ist der Finanzmakler und Milliardär George Soros. Erwartet werden unter anderen der serbische Ministerpräsident Zoran Djindjic, EU-Erweiterungskommissar Günter Verheugen und Nato-Generalsekretär George Robertson. Jugoslawischen Fernsehberichten zufolge will Präsident Vojislav Kostunica entgegen ursprünglichen Plänen nicht teilnehmen. Als Grund für die Absage wurde die innenpolitische Lage in Jugoslawien genannt.