Werbeikone: Springer & Jacoby drohen erstmals rote Zahlen - DER SPIEGEL
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Werbeikone Springer & Jacoby drohen erstmals rote Zahlen

Lange Jahre gehörte die Hamburger Werbeagentur Springer & Jacoby zur Avantgarde am deutschen Kreativmarkt. Zuletzt allerdings litt der Ruf, Kunden wandten sich ab. Nun könnte die Reklameschmiede erstmals in der Firmengeschichte rote Zahlen schreiben.
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Hamburg - "Wir müssten ganz viel Glück haben, wenn wir dieses Jahr noch schwarze Zahlen schaffen wollten", sagte Geschäftsführer Oliver Schwall der Tageszeitung "Die Welt". Der Umsatz sei 2005 "dramatisch geschrumpft". Schwall rechnet daher eher mit knapp rote Zahlen.

Hintergrund sind Querelen um ein seit Monaten laufendes Effizienzprogramm bei Springer & Jacoby. Die Geschäftsführung des Hamburger Unternehmens warnte unlängst vor Überkapazitäten und machte sich an die Sanierung. 70 bis 80 der 450 Mitarbeiter müssen gehen. Als Schwall und Co-Chef Erik Heitmann dann auch noch die internen Strukturen strafften, ein neues Tarifsystem einführten und fortan auf Kreativwettbewerbe verzichteten, hieß es, Springer & Jacoby solle zur Billigagentur umgebaut werden.

"Das hat mit Discount nichts zu tun. Wir wollen unsere Kräfte besser nutzen", erklärte ein Sprecher gegenüber SPIEGEL ONLINE. Dennoch rätselt die ganze Branche, ob die Agentur, die zu 51 Prozent der börsennotierten US-Werbegruppe Interpublic und zu je 12,5 Prozent den Firmengründern Reinhard Springer und Konstantin Jacoby gehört, noch die Kurve kriegt.

Kein Wunder, noch vor einigen Jahren hätten die Wenigsten erwartet, dass Springer & Jacoby jemals in die Verlustzone rutschen könnte. Bekannt ist die Hamburger Edelagentur vor allem für ihre Mercedes-Werbung. Vor wenigen Wochen landete Springer & Jacoby im jährlichen Kreativ-Index des "manager magazins" noch auf Platz eins - und deklassierte damit die Dauerrivalen Jung von Matt und Scholz & Friends.

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Zuletzt allerdings machten die Kreativen weniger mit guten Einfällen Schlagzeilen. Stattdessen verunsicherte das Sanierungsprogramm die Kundschaft. So hatten wichtige Partner wie der Axel Springer Verlag und der Bierbrauer Veltins die Verträge gekündigt. "Um ihre Fristen zu wahren", wie es in Agenturkreisen heißt. Selbst Mercedes hatte vor kurzem erklärt, die Geschäftsbeziehung auf den Prüfstand stellen zu wollen.

Entsprechend sind Schwall und Heitmann derzeit unterwegs, um die Kunden von ihrem Umbauprojekt zu überzeugen. Schwall jedenfalls rechnet damit, dass Springer & Jacoby bald auf dem richtigen Weg ist. 2006 werde das Unternehmen wieder "ordentlich profitabel" sein, kündigte er an.