Werbepatzer VW beleidigt Chinas U-Bahnfahrer
Peking - Der Slogan, der auf großen Plakaten am Eingang der Shanghai-Subway-Stationen steht, ist eine echte Provokation. "Während einige Menschen in stickigen U-Bahn-Stationen warten müssen, fahren manche mit dem Polo wo immer sie hin wollen", heißt es dort. Die vielen Chinesen, die lediglich von einem Auto träumen können fühlen sich einem Bericht der Tageszeitung "China Daily" zufolge von dem Spruch diskriminiert. Denn der Polo kostet in China 9000 Euro, das Durchschnittseinkommen selbst der wohlhabenden Stadtbevölkerung beläuft sich auf 16.000 Euro im Jahr.
Ähnlichen Ärger mit der chinesischen Mentalität hatte zuvor bereits Toyota. Die Japaner hatten mit Plakaten für ihre Modelle geworben, die einen chinesischen Löwen in unterwürfiger Stellung vor einem Toyota Prado-Geländewagen gezeigt hatten. Zu allem Überfluss bedeutet "Prado" in einem chinesischen Dialekt "Überlegenheit"; die Löwen erinnerten zudem an die Pfeiler einer Brücke, über japanische Truppen 1937 in Peking eingefallen waren.
mik/glp