Werft-Poker - DER SPIEGEL
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Werft-Poker

• aus DER SPIEGEL 32/1971
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Die westdeutschen Stahlkonzerne Salzgitter und Thyssen pokern um einen 50-Prozent-Anteil an der Howaldtswerke -- Deutsche Werft AG (HDW). Das Aktienpaket wollen der Ruhrkonzern Gutehoffnungshütte (GHH) und die Elektrofirma AEG verkaufen, weil ihr Interesse an der Werftindustrie erloschen ist. Der bundeseigene Salzgitter-Konzern, der die anderen 50 Prozent am HDW-Kapital hält, möchte eventuell den HDW-Anteil kassieren, um dann Alleinherrscher über den größten deutschen Werftbetrieb zu werden. Von dieser Position der Stärke aus peilt Salzgitter-Chef Birnbaum eine Fusion von HDW mit der benachbarten Traditionswerft Blohm + Voss im Verhältnis von etwa 70 zu 30 an. Thyssen-Chef Sohl, der sich in der Vergangenheit bei Blohm + Voss auf 65 Prozent hochgekauft hat, hält beim Pokern um die Wertpapiere mit. Denn an der vereinigten Werftgruppe, die dann das drittgrößte Schiffbauunternehmen der Welt wäre, strebt Sohl einen Kapitalanteil von mindestens 50 Prozent an. Da Thyssen gegenwärtig wenig eigenes Geld zum Kauf der Werftanteile besitzt, möchte Sohl die Transaktion über eine neu aufzulegende Anleihe finanzieren.

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