hat eindrucksvoll demonstriert, wie man im fortgeschrittenen Kapitalismus binnen weniger Jahre zu unglaublich viel Geld kommen kann. Der Schweizer startete vor rund 20 Jahren seine Berufskarriere, praktisch ohne jedwedes Vermögen. Arzt hatte der Arztsohn werden wollen, aber die Aufnahmeprüfung zur höheren Schule nicht bestanden; so absolvierte er beim Zürcher Bankhaus Rüd, Blass & Co. eine Banklehre.
Heute wird das Vermögen des Werner K. Rey, 44, auf 1,5 bis 2 Milliarden Mark geschätzt. Von seinem Büro im Genfer World Trade Center aus steuert der Schweizer ein kunterbuntes Industrie-Imperium (siehe Graphik Seite 128).
Die wundersame Vermögensmehrung bescherte Rey nicht nur Beifall; bis heute sieht sich der Schweizer immer wieder dem Verdacht ausgesetzt, bei seinen Geschäften bis auf Millimeter an die Grenze des Zulässigen gegangen zu sein, und manchmal auch darüber hinaus.
Vorige Woche ging es mal wieder rund. Die Verleger Max und Marc Frey, die kürzlich ihr Unternehmen an Rey verkauft hatten, machten dem Finanzkünstler bittere Vorwürfe: Rey leite die Gruppe »in undurchsichtiger Weise«; er habe Mittel aus dem Verlag abgezogen und in seine Holding gesteckt.
Seinen ersten großen Auftritt hatte Rey 1976. Einem geschockten Schweizer Publikum verkündete der bis dahin Unbekannte eines Tages, er halte die Aktienmehrheit des Schuh-Unternehmens Bally. Die Landsleute fürchteten, Rey wolle sich nur an den Vermögenswerten, vor allem an den Grundstücken des Schweizer Traditionsunternehmens bereichern. Eine regelrechte Anti-Rey-Kampagne veranlaßte den Aufsteiger schließlich, die Aktien wieder zu verkaufen - mit einem Gewinn von rund 50 Millionen Franken.
Der Rückzug ließ Rey nicht zum Rentner werden. Er legte erst richtig los. Gezielt kaufte der Finanzkünstler sich in etliche Firmen ein, die ihm unter Wert gehandelt schienen. Das Firmen-Sammelsurium wird von einem Ober-Unternehmen, der Omni Holding, geführt. Rund 90 Prozent der Stimmrechte hält Rey.
Seit vorigem Jahr herrscht Werner K. Rey auch über ein deutsches Unternehmen. Seine Inspectorate AG erwarb zunächst 51 Prozent an der Dortmunder Harpener AG, einem Unternehmen, das vor allem mit vielen schönen Grundstücken glänzt. Inzwischen gehören Reys Inspectorate 85 Prozent der Harpener AG.
Der nächste und vorläufig letzte Coup des Schweizers zielte auf Deutschlands größten Hohlglas-Hersteller, die Gerresheimer Glas AG. Rey sicherte sich zunächst rund 28 Prozent an der Düsseldorfer Glasfabrik. Und er läßt keinen Zweifel daran, daß er größtes Interesse an jenen 30 Prozent der Gerresheimer-Aktien hat, die gegenwärtig noch der Westdeutschen Landesbank gehören.