WestLB: Der "Rote Pate" Neuber ist tot - DER SPIEGEL
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WestLB Der "Rote Pate" Neuber ist tot

Im Revier nannten sie ihn den "Roten Paten", 20 Jahre lang baute er mit an der Deutschland AG. Der langjährige Vorstandsvorsitzende der West LB, Friedel Neuber, ist gestorben.
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Düsseldorf - Wie das Geldinstitut am Sonntag mitteilte, starb der 69-jährige Manager am Samstagmorgen überraschend nach einer ärztlichen Routineuntersuchung an Herzversagen. Die Beisetzung soll den Angaben zufolge in der kommenden Woche im engsten Familien und Freundeskreis stattfinden.

West-LB-Chef Thomas Fischer würdigte Neuber als überragende Unternehmerpersönlichkeit, die "wie kaum ein anderer in den vergangenen 20 Jahren die Entwicklung der öffentlich-rechtlichen Kreditwirtschaft in Deutschland geprägt" habe. Die RWE bezeichnete Neuber, Aufsichtsratsvorsitzender seit 1997, als "herausragende unternehmerisch und politisch denkende Persönlichkeit, die weit über die Grenzen seiner Heimatregion Nordrhein-Westfalen wirkte und geschätzt wurde", so Harry Roels, Vorstandsvorsitzender der RWE AG.

Neuber hatte sich Mitte 2001 von der Spitze der Bank zurückgezogen. 20 Jahre hatte der Manager so gut wie uneingeschränkt geherrscht. Er jonglierte mit milliardenschweren Finanz- und Industriebeteiligungen, etwa am Tourismuskonzern TUI oder am Anlagenbauer Babcock. Er kontrollierte Aufsichtsräte der wichtigsten NRW-Konzerne und schuf ein engmaschiges Geflecht von Abhängigkeiten zwischen Bank, Politik und Industrie. Karrieren konnte der "Rote Pate", wie sie ihn am Rhein ehrfürchtig nannten, nach Belieben befördern oder beenden.

Das System Neuber funktionierte so perfekt, dass der Banker erste kleinere Skandale wie zum Beispiel eine Razzia wegen des Verdachts auf Steuerhinterziehung im Jahr 1996 ohne Blessuren überstand. Erst als im Zuge der Flugaffäre 1999 immer mehr pikante Details ans Tageslicht kamen, von der Einrichtung eines Sparclubs für hochrangige Politiker bis hin zu Freiflügen mit VIP-Service, nahm die NRW-Regierung Abstand von ihrem einstigen Vorzeigebanker.

Zuletzt geriet er ins Visier der Staatsanwaltschaft: wegen eines umstrittenen Aktiengeschäfts mit dem Baukonzern Holzmann und der Pleite des Anlagenbauers Babcock Borsig.