Wettbewerb Europäer auf der Verliererstraße
Brüssel - Der für Informationstechnologie zuständige EU-Kommissar, Erkki Liikanen, kritisiert insbesondere die EU-weit stark voneinander abweichenden Regelwerke zum Betrieb der UMTS-Netze. Das berichtet das "Handelsblatt" in seiner Montagsausgabe.
Lizenz-Laufzeiten, Regeln zur Markteinführung und Frequenzspektren würden so weit voneinander abweichen, dass bei der Inbetriebnahme der Netze Störungen nicht zu vermeiden sein würden. Hinzu kämen die extremen Preisunterschiede für die UMTS-Lizenzen in den einzelnen Mitgliedsländern der Gemeinschaft, was zu einer erheblichen Verzerrung des Wettbewerbs führen würde.
Es werde deshalb wahrscheinlich länger dauern als geplant, bis die extrem hohen Kosten für den Aufbau der Netzwerke und die Finanzierung der Lizenzen wieder hereingeholt seien. Damit aber wachse die Gefahr, dass die europäischen Anbieter ihre weltweit führende Position in der Mobilfunk-Technologie einbüßen könnten.
Eine gute Ausgangsposition, den Europäern den Rang abzulaufen, besitzen die japanischen Telekom-Unternehmen. Im Land der aufgehenden Sonne wird die neue Mobilfunk-Generation bereits im kommenden Mai eingeführt.