Wettbewerb UPS will Deutsche Post zerschlagen
Washington/Brüssel - Die EU solle nach dem Willen von UPS die Post zwingen, den gewinnbringenden Geschäfts- und defizitären privaten Bereich voneinander zu trennen, berichtet die "Financial Times". UPS sieht zudem durch die Subventionen durch den Bund den Wettbewerb gefährdet. Bislang könne die Post weltweit aggressiv operieren, weil sie ihre Geschäfte mit den Gewinnen aus den Monopolbereichen subventioniere, so der Vorwurf. Die US-Regierung stehe angeblich hinter den Forderungen von UPS, heißt es.
Laut dem Bericht überprüfen seit Juli 1999 Vertreter der EU die Beschwerden gegen die Deutsche Post. Eine Entscheidung werde im April erwartet. Sollte sie zu Gunsten von UPS ausfallen, könnte die Deutsche Post gezwungen werden, Beihilfen an den Bund zurückzuzahlen.
Die Bundesregierung, die noch in diesem Jahr Teile des Staatsunternehmens für 20 Milliarden Mark an die Börse bringen will, verteidigte die Post. Das Unternehmen benötige sichere Einnahmen aus der Briefzustellung, um ihren Flächendeckungsauftrag zu erfüllen. Darüber hinaus sei die Post auf die Gewinne angewiesen gewesen, um die nach der Wiedervereinigung notwendig gewordenen Umstrukturierungen bezahlen zu können.