Wilder Streik: AEGler kämpfen um ihr Werk - DER SPIEGEL
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Wilder Streik AEGler kämpfen um ihr Werk

Noch immer setzen die wütenden AEG-Beschäftigten den wilden Streik fort, der am Wochenanfang nach der Mitteilung über die Schließung spontan begonnen hatte. Den Verantwortlichen droht die Situation über den Kopf zu wachsen.
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Nürnberg/Berlin - Bereits den vierten Tag hintereinander hat die Belegschaft im AEG Hausgerätewerk Nürnberg heute die Produktion weitgehend blockiert. Wie schon an den Vortagen kehrte die Frühschicht nach einer improvisierten Betriebsversammlung am Vormittag nicht an die Arbeit zurück, sondern ging nach Hause. "Die Proteste sind uns aus dem Ruder gelaufen", sagt Betriebsratschef Harald Dix.

Die Arbeitnehmer kämpfen gegen die vom Electrolux-Konzern zum Jahresende 2007 geplante Schließung der Fabrik, in der 1750 Beschäftigte Waschmaschinen und Geschirrspüler herstellen. AEG-Sprecher Michael Eichel nannte die Arbeitsniederlegungen der Beschäftigten "rechtlich nicht zulässig". Es sei klar, dass für die Ausfallzeiten kein Lohn gezahlt werde. Grundsätzlich behalte sich das Unternehmen rechtliche Schritte vor, konkret gebe es darüber aber derzeit keine Entscheidung.

Morgen will Bayerns Wirtschaftsminister Erwin Huber (CSU) die Fertigung besuchen. Geplant sind Gespräche mit der Geschäftsführung, mit dem Betriebsrat sowie mit betroffenen Arbeitnehmern. Huber nannte den Schließungsbeschluss von Electrolux heute "fragwürdig und falsch". Er warnte aber davor, durch allzu scharfe Kritik andere ausländische Investoren zu verschrecken: "Das wärmt kurzfristig das klassenkämpferische Herz, ist aber langfristig zum Nachteil Bayerns."

Bundesarbeitsminister Franz Müntefering hat vor dem Hintergrund der drohenden Werkschließung an die Unternehmen in Deutschland appelliert, verstärkt Arbeitsplätze zu sichern. Die Politik müsse dafür kämpfen, dass Dinge wie bei AEG in Nürnberg nicht passierten, sagte der SPD-Politiker heute in einer Arbeitsmarktdebatte des Bundestages.