Wilfried Guth - DER SPIEGEL
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Wilfried Guth

• aus DER SPIEGEL 45/1978
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59, führt seit gut zwei Jahren die Deutsche Bank und gilt -- nach Pontos Tod -- als einflußreichster Banker der Bundesrepublik. Der promovierte Volkswirt begann seine Karriere bei der Notenbank und trat erst vor zehn Jahren in den Vorstand der Deutschen Bank ein. Sein Institut zählt zu den größten Banken der Welt, nur zwei amerikanische und eine französische Bank haben eine noch größere Bilanzsumme aufzuweisen. Guths Erfahrung mit Währungsproblemen und seine guten Kontakte zu Kanzler Helmut Schmidt haben dafür gesorgt, daß er von Zeit zu Zeit als Kandidat für den Chefsessel der Deutschen Bundesbank gehandelt wird.

Der Dollar drohte noch Anfang letzter Woche in einen gefährlichen Spekulationsstrudel zu geraten. Binnen weniger Tage fiel der Kurs der Leitwährung der westlichen Welt um fünf Prozent. Die Nervosität und Hektik an den Börsen und in den Regierungen der Industriestaaten ließ die Amerikaner schließlich ein Notprogramm für ihre Währung beschließen. Kernpunkte: Der Diskontsatz wird auf das Rekordniveau von 9,5 Prozent angehoben, der Internationale Währungsfonds und die Zentralbanken Japans, der Schweiz und der Bundesrepublik räumen Washington Devisenkredite im Wert von 30 Milliarden Dollar ein. Mit Hilfe der gepumpten Mark-, Yen- und Frankenbeträge wollen die Amerikaner auf den Devisenmärkten Dollar kaufen und so den Kurs ihrer Währung pflegen. Überdies sollen größere Versteigerungen von Gold aus dem Staatsschatz dafür sorgen, daß der Wert des Dollars nicht weiter absackt. Die ersten Wirkungen des US-Währungsprogramms: Der Dollarkurs stieg innerhalb weniger Stunden um 13 Pfennig.

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