Wind gegen Windfall-Profite - DER SPIEGEL
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Wind gegen Windfall-Profite

• aus DER SPIEGEL 17/1981
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Die westdeutschen Ölkonzerne müssen sich auf eine neue Debatte über ihre Gewinne einrichten. Schon Wochen bevor die Energie-Unternehmen ihre Jahresabschlüsse vorlegen, sickerte aus der Branche heraus, daß sowohl die amerikanische Esso als auch die britischniederländische Shell 1980 Rekord-Gewinne von etwa 400 Millionen Mark nach Steuern einfahren konnten. Die Überschüsse stammen allerdings nicht aus dem zur Zeit defizitären Benzinverkauf, sondern entsprechen ziemlich genau den Gewinnen, die der Branche aus den deutschen Öl- und Gasquellen zufließen (SPIEGEL 15/1981). Eine Große Koalition von Bonner SPD- und CDU-Abgeordneten möchte bald den heimischen Ölförderern, die insgesamt 1980 drei bis vier Milliarden Mark aus Windfall-Gewinnen einsteckten, ihre Profitquelle verstopfen: Die Ölfirmen sollen mit einer Bundesabgabe belegt werden. Pikant daran ist, daß die niedersächsische Wirtschaftsministerin Birgit Breuel längst die gesetzliche Handhabe hat, den Ölunternehmen bis zu 40 Prozent ihrer Windfall-Profite abzunehmen. Doch die Christdemokratin Breuel, in deren Bundesland 90 Prozent des heimischen Öls gepumpt werden, schont die Ölunternehmen mit mäßigen 22 Prozent.

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