Windenergie Sog in die Tiefe
er Ausbau der Windkraft in Deutschland nimmt rasant zu, doch die börsennotierten Unternehmen der Branche erleben zurzeit eine Flaute. Die Papiere der Projektentwickler Plambeck Neue Energien AG, P & T Technology und von Umweltkontor Renewable Energy AG haben allesamt in den vergangenen Monaten kräftige Verluste einstecken müssen. Analyst Christoph Vogt von der Hamburger Bank M. M. Warburg macht dafür den Massenabsturz am Neuen Markt verantwortlich: "Dem Sog in die Tiefe konnten sich auch diese Firmen nicht entziehen." Dennoch sieht Vogt enormes Wachstumspotenzial. So wird ein Milliardenprojekt vor der Nordseeinsel Borkum geplant. In Deutschland drehen sich 2001 bereits 10 000 Windräder 700 mehr als im Jahr zuvor. Jährlich speisen die Anlagen 13 Milliarden Kilowattstunden ins deutsche Stromnetz. Das entspricht dem Verbrauch von 3,7 Millionen Vier-Personen-Haushalten. Nach einer Studie der Bundesregierung soll sich die Anzahl der Anlagen bis 2030 verdoppeln. "Vor Jahren wurden die Hersteller von Rotoren noch belächelt", sagt Analyst Vogt. "Inzwischen hat sich die Branche einen Massenmarkt geschaffen." Davon profitieren Anlagenbauer wie die Nordex AG. Die Aktie der Norderstedter verspürte bisher Rückenwind in der vergangenen Woche sackte aber auch sie auf den Ausgabewert von neun Euro ab.