Windows-Nutzer: XP wird zum Flop - DER SPIEGEL
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Windows-Nutzer XP wird zum Flop

Microsoft braucht dringend einen Erfolg. Aber wenn es nach den deutschen Computerbesitzern geht, dann ist das neue Betriebssystem XP von Microsoft zum Scheitern verurteilt.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

München - Microsoft hat ein paar schlechte Jahre hinter sich. Verfolgt von Wettbewerbern wie Linux und Richtern wie Thomas Penfield Jackson, stand die Gates-Firma zum ersten Mal in ihrer Geschichte mit dem Rücken zur Wand: Von 1999 bis 2001 sackte das Umsatzwachstum von 30 Prozent auf 12 Prozent. Parallel fiel der Aktienkurs von 120 auf 40 Dollar.

Mit dem neuen Chef Steve Ballmer sollte die Wende eingeläutet werden. Doch die erste Produktreihe unter seiner Führung droht zum Flop zu werden: Laut einer Umfrage der in München erscheinenden Zeitschrift "PC-Welt" sieht jeder zweite deutsche Computerbesitzer das neue Betriebssystem Windows XP mit Skepsis. Rund 48 Prozent von 4000 Befragten lehnen die Software wegen der damit verbundenen "Zwangsregistrierung" ab. Weitere 17 Prozent sind mit ihren bisherigen Windows-Versionen zufrieden, so dass ein Wechsel für sie überhaupt nicht in Frage kommt.

Auch in Tests schneidet der Nachfolger des ebenfalls umstrittenen Windows 2000 nicht gut ab. So urteilt die Computerzeitschrift "Chip", XP habe zwar viele neue Funktionen, aber auch eine kaum kontrollierbare Internet-Anbindung. Nach einem Test der Beta-Version stellte die Zeitschrift fest, dass das Betriebssystem bei vielen Hilfefunktionen ungefragt per Internet Kontakt zu Microsoft-Servern aufnimmt. Welche Daten dabei vom eigenen PC empfangen oder gesendet werden, könne der Nutzer nicht kontrollieren. Zusätzlich könnten bei der fragwürdigen Datenübermittlung auch die Online-Kosten steigen.