Wirtschaft: Industrie-Boss freut sich auf Neuwahlen - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Wirtschaft Industrie-Boss freut sich auf Neuwahlen

BDI-Vize Michael Rogowski hat vorgezogene Neuwahlen im Herbst begrüßt: "Es hat keinen Sinn, dass dieser politische Eiertanz weitergeht", sagte er. Volkswirte sind sich in ihrer Reaktion uneins.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Berlin - Im Interesse der Republik seien vorgezogene Neuwahlen hilfreich, sagte der frühere BDI-Chef, der nun noch Vizepräsident des Verbandes ist. Zwar sei noch nicht ganz klar, wie dies verfahrenstechnisch umgesetzt werden könne. "Ich betrachte es fast als staatsmännisch von Bundeskanzler Gerhard Schröder, so zu verfahren", sagte Rogowski.

Der Kanzler hätte sich auch darauf zurückziehen können, dass in den nächsten 15 Monaten noch viel passieren könne. BDI-Hauptgeschäftsführer Ludolf von Wartenberg sagte der Zeitung: "Alles, was dazu dient, die drohende Stagnation in 2006 zu verhindern, ist zu begrüßen.

Commerzbank: "Gute Basis für Reformen"

Bei Volkswirten hat die Aussicht auf Neuwahlen uneinheitliche Reaktionen ausgelöst. "Auch wenn es im Herbst Neuwahlen gibt, glaube ich nicht, dass uns eine Zeitenwende in der Wirtschaftspolitik bevorsteht", sagte der Chefvolkswirt der HypoVereinsbank (HVB), Jörg Krämer. Die Unterschiede in der Wirtschaftspolitik der beiden großen Volksparteien seien nicht massiv. Außerdem stünden die Politiker, die durch die NRW-Wahl in der CDU an Kraft gewonnen hätten, nicht für einen wirtschaftspolitischen Richtungswechsel.

Eckard Tuchtfeld von der Commerzbank äußerte höhere Erwartungen auf einen Politikwechsel: "Die Nachricht wird wahrscheinlich in der Wirtschaft mit Erleichterung aufgenommen. Bei einer Unionsmehrheit in Bundesrat und Bundestag gibt es ein relativ großes Zeitfenster für wirtschaftliche Reformen. Das könnte wirtschaftspolitisch ein günstiges Szenario sein, weil es eine gute Basis für Reformen wäre."

Mehr lesen über