Wirtschaftsboom China erhöht die Mindestlöhne
Peking - Chinas Wirtschaft wird in diesem Jahr zum vierten Mal in Folge zweistellig wachsen. Das Bruttoinlandsprodukt werde 2007 um 10,8 Prozent zulegen, zitierten die staatlichen Medien heute die Zentralbank. Allein in den ersten drei Monaten des Jahres habe die Wirtschaft um 11,1 Prozent zugelegt, in den folgenden Quartalen soll sich das Wachstum auf 10,9 bis 10,6 Prozent einpendeln.
Gleichzeitig steigen die Preise: Im Mai stieg die Inflation der Zentralbank zufolge auf 3,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und damit mehr als die staatlich gewünschten maximal drei Prozent.
Vor allem die Preise für Lebensmittel stiegen - auch wegen schlechter Ernten und entsprechend teurer Futtermittel - stark. Fleisch etwa verteuerte sich um 26,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, Eier um 37 Prozent, wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua unter Berufung auf das Ministerium für Arbeit und Soziale Sicherheit meldete.
Besonders betroffen seien Familien mit geringem Einkommen. Regierungschef Wen Jiabao hatte Ende Mai gewarnt, der Preisanstieg bei Schweinefleisch, das mehr als alle anderen Fleischsorten in China verzehrt wird, könne die soziale Stabilität gefährden.
Deshalb werde der Mindestlohn in diesem Jahr erhöht, meldete Xinhua. Er ist von Region zu Region unterschiedlich. Ende vergangenen Jahres lag der Höchstsatz demnach in der Boom-Stadt Shenzhen bei 810 Yuan (rund 78 Euro) im Monat, der niedrigste Satz in der östlichen Provinz Jiangxi dagegen bei 270 Yuan.
kaz/AFP