Wirtschaftsboom: Chinas Außenhandel wächst um ein Drittel - DER SPIEGEL
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Wirtschaftsboom Chinas Außenhandel wächst um ein Drittel

Von solchen Wachstumswerten kann die westliche Welt nur träumen: Deutlich über 30 Prozent legten Chinas Import und Export im Vergleich zum Vorjahr zu. Die USA drängen immer stärker auf eine Aufwertung des Yuan.
Chinesischer Arbeiter in Hefei: Außenhandel boomt
Chinesischer Arbeiter in Hefei: Außenhandel boomt

Chinesischer Arbeiter in Hefei: Außenhandel boomt

Foto: STR/ AFP
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Peking - Chinas Aufstieg zur führenden Wirtschaftsmacht geht rasant weiter: Im November stiegen die Exporte im Vergleich zum Vorjahresmonat um 34,9 Prozent auf 153,3 Milliarden Dollar, die Importe um 37,7 Prozent auf 130,4 Milliarden Dollar - das teilten die chinesischen Zollbehörden am Freitag mit. Beide Werte erreichten damit neue Rekordhöhen.

Die chinesische Wirtschaft sei trotz des verhaltenen Wachstums in den USA und der Schuldenkrise in Europa in guter Verfassung, urteilten Analysten. Dies liefere gute Argumente für höhere Zinsen und eine vor allem von den USA verlangte Aufwertung der chinesischen Währung. Es sei für die Regierung in Peking "zunehmend schwierig" zu behaupten, die Exportindustrie vertrage keine Aufwertung des Yuan, sagte Brian Jackson von der Royal Bank of Canada. Ein teurer Yuan würde der Regierung auch bei der Bekämpfung der hohen Inflation im Land helfen.

Schätzungen zufolge könnte die Teuerungsrate im November bei 5,1 Prozent liegen und damit auf dem höchsten Stand seit 28 Monaten; die Daten werden am Wochenende veröffentlicht. Angesichts der steigenden Teuerung dürfte die Notenbank ihre Geldpolitik weiter straffen. Einen ersten Schritt gab sie bereits am Freitag bekannt: Der Reservesatz für Bankeinlagen soll zum 20. Dezember um 0,5 Punkte steigen. Er wird bereits zum sechsten Mal in diesem Jahr erhöht.

Der Satz definiert das Minimum an Geld, das Banken auf ihren Konten bunkern müssen. Je höher er ist, desto weniger Geld ist im Umlauf - was einer Inflation vorbeugen soll.

Die USA sind der wichtigste Handelspartner Chinas und Abnehmer der meisten Produkte der Volksrepublik. In der kommenden Woche treffen sich ranghohe Vertreter beider Nationen in Washington. Die Vereinigten Staaten machen die Volksrepublik mitverantwortlich für ihr hohes Außenhandelsdefizit, da der schwache Yuan Ausfuhren in die USA erleichtert, Exporte von US-Waren nach China hingegen erschwert. Erst diese Woche hatten 32 US-Senatoren an Vize-Regierungschef Wang Qishan geschrieben, China müsse seine Währung vor dem Besuch von Präsident Hu Jintao in den USA im Januar "deutlich aufwerten".

Wettlauf gegen Japan

Am Donnerstag hatte Japan gemeldet, mit einem überraschend guten dritten Quartal sei das Land bezogen auf die ersten neun Monate des Jahres wieder zur zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt aufgestiegen - hinter den USA und vor China. Die Volksrepublik hatte Japan im zweiten Quartal erstmals als zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt verdrängt. Ökonomen erwarten aber, dass China im gesamten Jahr die globale Nummer zwei sein wird.

hut/dpa/Reuters