Wirtschaftsflaute Opec will Ölförderung drastisch drosseln
Oran - Die Wirtschaft stockt, der Ölpreis sinkt - da will die Opec gegensteuern: Der Ölmarkt sei um rund 400 Millionen Barrel pro Tag überversorgt, sagte der Präsident der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec), Chakib Khelil, am Montag bei seiner Ankunft im algerischen Oran. Pro Tag sollten deshalb bis zu zwei Millionen Barrel weniger gefördert werden, sagte Nozari weiter. Die Ölnachfrage werde im ersten Halbjahr 2009 um 1,4 Millionen Barrel pro Tag sinken und sich dann erholen.
Der weltgrößte Erdölexporteur Saudi-Arabien habe in Erwartung eines Kürzungsbeschlusses seine Fördermenge bereits um acht Prozent zurückgefahren. "Jeder unterstützt eine Kürzung - ich habe daran keinen Zweifel", sagte Khelil weiter. Auch Opec-Generalsekretär Abdullah al-Badri und der iranische Ölminister Gholamhossein Nozari kündigten eine deutliche Reduzierung der Förderung in den Mitgliedstaaten an.
Khelil erklärte zudem, er hoffe auf eine ständige Mitgliedschaft Russlands in dem Ölkartell. Russland nimmt zwar regelmäßig an den Konferenzen der Opec teil, ist jedoch kein Mitglied. Bei einem Treffen im September in Wien schickte der weltweit zweitgrößte Ölexporteur mit dem stellvertretenden Ministerpräsidenten Igor Setschin erstmals einen ranghohen Regierungsvertreter.
Preise steigen nach Ankündigung wieder leicht
Die Ölminister der Opec-Staaten werden sich an diesem Mittwoch in Algerien zu einem regulären Treffen zusammenfinden, um über die Fördermenge zu beraten. Derzeit liegt die offizielle Förderung des Kartells bei rund 27 Millionen Barrel pro Tag. Die Opec hatte bereits im September und Oktober Produktionsdrosselungen beschlossen. Die Schritte hatte den Preisrückgang jedoch nicht stoppen können. Die größten Kürzungen sollte zuletzt Saudi-Arabien mit 466.000 Barrel täglich vornehmen.
Nach der Ankündigung des Opec-Generalsekretärs stieg der Ölpreis am Montag um über fünf Prozent auf 48,70 Dollar. Im Juli hatte ein Fass US-Leichtöl noch 147 Dollar gekostet. Experten verwiesen auf die in dieser Woche erwartete Förderungskürzung der Opec in Kombination mit der anhaltend schwachen Nachfrage als Hauptgründe für die Entwicklung. Am Freitag waren die Ölpreise belastet von dem zunächst gescheiterten Rettungsplan für die US-Autobauer unter Druck geraten.
Für die Rohstoffexperten der Commerzbank bleibt die derzeitige Erholung des Ölpreises angesichts der jüngsten Schwäche des Dollars zum Euro "etwas unterdurchschnittlich". Den Markt beschäftige offensichtlich vor allem die anhaltende Schwäche auf der Nachfrage-Seite. Zu dieser Sicht hätten zuletzt Nachrichten aus China über Produktionsrückgänge in Raffinerien und "dramatisch" zurückgegangene Importe von Ölprodukten im November beigetragen. Mit einer mittelfristigen Stabilisierung der Ölpreise oberhalb der 50 Dollar-Marke ist der Commerzbank zufolge im ersten Quartal 2009 zu rechnen.