Wirtschaftskraft China überholt Deutschland bis 2014
Frankfurt am Main - Die am Freitag vorgestellte Studie geht davon aus, dass die chinesische Volkswirtschaft ihr hohes Wachstumstempo im kommenden Jahrzehnt beibehalten kann. Bis 2010 könne das chinesische Bruttoinlandsprodukt (BIP) trotz einiger Risiken durchaus um durchschnittlich sieben bis acht Prozent pro Jahr wachsen. Dadurch hole China weiter auf und sei den Industrieländern "dicht auf den Fersen".
Bis spätestens 2014 dürfte China nach Einschätzung der Experten nicht nur nach BIP zur drittgrößten Volkswirtschaft der Welt aufgestiegen sein. Dank der Erfolge im Außenhandel werde China darüber hinaus bald zur drittgrößten Handelsmacht heranwachsen - nach den USA und Deutschland.
Risiken bei Banken und Immobilienpreisen
Gleichwohl sei der Weg der chinesischen Wirtschaft "nicht frei von Risiken", heißt es in dem Papier. Der Bankensektor, das schwächste Glied im chinesischen Wirtschaftssystem, werde durch den Beitritt zur Welthandelsorganisation WTO vor besonders große Herausforderungen gestellt. Diesen Sektor zu sanieren wird nach Meinung der Allianz-Volkswirte mindestens ein Jahrzehnt dauern. Wahrscheinlich werde der Prozess mit einem starken Anstieg der Staatsverschuldung einhergehen.
Ein weiteres Problem sei die massive Expansion der Immobilienbranche in China. Da die Regierung bereits Maßnahmen ergriffen habe, um dieser Entwicklung gegenzusteuern, halten die Experten aber für möglich, dass diese Krise nicht eskaliert und zu einer Blasenbildung bei Immobilienpreisen führt. Ein Platzen der Immobilienblase hatte unter anderem Japan in seine Wirtschaftskrise gestürzt, von der sich das Land immer noch nicht vollständig erholt hat.