Wirtschaftskrise: GM will Opel verschenken - DER SPIEGEL
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Wirtschaftskrise GM will Opel verschenken

General Motors ist offenbar bereit, seine Mehrheitsanteile an Opel abzugeben - und zwar umsonst. Doch eine Bedingung für den Deal soll es trotzdem geben: Der Käufer muss mehrere hundert Millionen Euro in die deutsche Tochter investieren.
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London - Der angeschlagene US-Autobauer General Motors (GM)  verlangt für seine deutsche Tochter Opel einem Zeitungsbericht zufolge kein Geld, sondern lediglich Investitionszusagen. General Motors könnte die Mehrheit an Opel und der britischen Tochter Vauxhall kostenlos abgeben, wenn ein Investor mindestens 500 Millionen Euro an Eigenkapital in den neuen europäischen Firmenbund stecke, berichtet die "Financial Times" ("FT") am Montag unter Berufung auf zwei mit der Situation vertraute Personen. GM ist laut dem Blatt auch bereit, seine schwedische Marke Saab kostenlos abzugeben.

Am Fließband bei Opel in Bochum: GM erwartet Investitionszusagen

Am Fließband bei Opel in Bochum: GM erwartet Investitionszusagen

Foto: DDP

General Motors hat früheren Angaben zufolge mehr als ein halbes Dutzend potentieller Käufer für Opel. Allerdings hat Fiat Medienberichte dementiert, wonach das Unternehmen Interesse an Opel habe.

GM hat dem deutschen Hersteller inzwischen die Rückgabe von Patenten und die Begleichung ausstehender Forderungen zugesagt.

Laut "FT" will GM Opel und Saab zu einer eigenen Gruppe zusammenfassen, die ihren Sitz in Deutschland haben soll. Um deren Überleben zu sichern, sollen mehrere europäische Staaten mit Deutschland an der Spitze eine Garantie in Höhe von 3,3 Milliarden Euro abgeben. In dem Bericht heißt es weiter, damit solle vor allem verhindert werden, dass eine mögliche Insolvenz des ehemals größten Automobilherstellers auf Opel zurückfällt, der nach eigenen Angaben liquide genug ist, um seine Aktivitäten normal fortzusetzen.

GM-Chef Fritz Henderson hatte am Freitag von mehr als sechs Investoren gesprochen, die an einem Einstieg bei Opel interessiert seien. Namen nannte er aber nicht. Unter den "ernsthaften Interessenten" seien Finanzinvestoren und Branchenvertreter. Sie bekämen nun vertraulichen Einblick in die Bücher.

Außer Saab und Opel stehen bei GM weitere Marken zur Disposition. In den USA will sich der Konzern von Hummer und Saturn trennen. Die Wirtschaftsagentur Bloomberg berichtete vergangene Woche, dass auch Pontiac und die Kleintransportermarke GMC auf der Verkaufsliste stehen. Lediglich Chevrolet, Cadillac und Buick würden damit noch zum Unternehmen gehören.

GM steht nach eigenen Angaben kurz vor der Insolvenz. Die US-Regierung, die den Konzern mit Krediten über 13,4 Milliarden Dollar am Leben gehalten hat, hat dem Konzern eine Frist bis zum 1. Juni gestellt, um ein schlüssiges Sanierungskonzept vorzulegen.

ler/Reuters/AFP