Wirtschaftskrise in Asien: Chinas Exporte brechen ein - DER SPIEGEL
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Wirtschaftskrise in Asien Chinas Exporte brechen ein

Einst vom Erfolg verwöhnt, heute von der Krise hart getroffen: Die chinesischen Exporte gehen dramatisch zurück, allein im Mai um 26 Prozent. Tausende Fabriken müssen schließen, Millionen Wanderarbeiter verlieren ihren Job.
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Peking - Die Wirtschaft Chinas ist weit von einer Erholung entfernt: Im Mai sind die Ausfuhren um 26,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat eingebrochen. Laut Pekinger Zollbehörden gehen die Transporte ins Ausland damit bereits den siebten Monat in Folge zurück. Ein herber Rückschlag für die bis dahin erfolgsverwöhnten chinesischen Exporteure: Experten hatten lediglich mit einem Minus von 22,6 Prozent gerechnet.

Chinesische Arbeiter in einer Schuhfabrik: Nachfrage stark gesunken

Chinesische Arbeiter in einer Schuhfabrik: Nachfrage stark gesunken

Foto: BOBBY YIP/ REUTERS

Mit der globalen Krise ist auch die Nachfrage nach chinesischen Produkten gesunken. Tausende Fabriken in China mussten nach dem Konjunktureinbruch schließen, rund 20 Millionen Wanderarbeiter haben nach amtlichen Schätzungen ihren Job verloren. Analysten schätzen, dass sich die chinesische Wirtschaft erst wieder erholt, wenn auch die Konjunktur bei den beiden wichtigsten Abnehmern, USA und Europa, nicht weiter schrumpft.

Doch China gibt sich optimistisch. Schließlich könnte die Volksrepublik laut Welthandelsorganisation WTO in diesem Jahr zur Nummer eins der Exportländer aufsteigen. "Ich denke, dass bei den Exporten die Talsohle erreicht wurde", sagte Volkswirt Feng Yuming von Orient Securities in Shanghai. Im Vergleich zum April legten die Ausfuhren 0,2 Prozent zu. Gleichwohl werde es keine schnelle Erholung geben.

China ist nach Deutschland der weltgrößte Exporteur. Die Regierung in Peking stützt die Exportbranche mit Steuernachlässen. Sie hat zudem eine Aufwertung des Yuan verhindert, der chinesische Waren im Ausland verteuert hätte. Die heimatliche Wirtschaft soll zudem mit millionenschweren Investitionen und Initiativen gestützt werden, um die Nachfrage im Inland anzukurbeln. Im November vergangenen Jahres hatte die Regierung ein Konjunkturprogramm von umgerechnet mehr als 400 Milliarden Euro verabschiedet.

Die deutschen Exporte waren im April mit 28,7 Prozent so stark eingebrochen wie noch nie. Allerdings spielten statistische Effekte eine Rolle - so hatte der April wegen der späten Osterfeiertage zwei Arbeitstage weniger als vor einem Jahr.

kgp/AP/Reuters