Wirtschaftskrise: Nachfrage nach Arbeitskräften bricht ein - DER SPIEGEL
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Wirtschaftskrise Nachfrage nach Arbeitskräften bricht ein

Die Lage am Jobmarkt verschlimmert sich. Die Bundesagentur für Arbeit meldet eine drastisch sinkende Nachfrage nach Beschäftigten - Konzerne wie SAP oder Bosch gehen auf Sparkurs und streichen Tausende Stellen.
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Nürnberg/Stuttgart - Der Abschwung hat den Arbeitsmarkt endgültig erreicht: Mittlerweile deute sich ein Ende des fast drei Jahre anhaltenden Beschäftigungswachstums an, teilte die Bundesagentur für Arbeit bei der Bekanntgabe ihres Stellenindexes BA-X am Mittwoch mit. Dennoch sei das Stelleniveau im Vergleich zu den Vorjahren noch relativ hoch, Fachkräfte würden weiterhin gesucht.

Bosch: Der weltgrößte Autozulieferer will zahlreiche Stellen streichen

Bosch: Der weltgrößte Autozulieferer will zahlreiche Stellen streichen

Foto: DPA

Der Index, der auf konkreten Stellengesuchen der Unternehmen beruht, ging im Januar um neun Punkte auf 142 Punkte zurück. Im Dezember lag das Minus bei fünf Punkten. Wegen der Wirtschaftskrise war der BA-X in den vergangenen Monaten stetig gesunken.

Bosch streicht Stellen

Tatsächlich ist der Stellenabbau in Deutschland derzeit in vollem Gange: Die Krise trifft unter anderem den weltgrößten Autozulieferer Bosch mit voller Wucht. Umsatz und Ergebnis des Unternehmens blieben im Jahr 2008 deutlich hinter den Erwartungen zurück, wie Bosch-Chef Franz Fehrenbach am Mittwoch in Stuttgart mitteilte.

Auch für dieses Jahr rechnet Bosch nicht mit einer entscheidenden Verbesserung der Lage. Mit Personalabbau und drastischen Kostensenkungen will Fehrenbach gegensteuern. Wie viele Jobs gestrichen werden sollen ist bisher noch unklar. Außerdem sollen die Investitionen zurückgefahren und Ausgaben für Zukäufe gesenkt werden.

Im Jahr 2008 ging der Umsatz der Bosch-Gruppe nach vorläufigen Zahlen um knapp drei Prozent auf rund 45 Milliarden Euro zurück. Ursprünglich hatte die Geschäftsführung einen Anstieg der Erlöse von fünf Prozent als Ziel ausgegeben.

Jobabbau bei SAP

Auch der Software-Konzern SAP   streicht wegen der Wirtschaftskrise zahlreiche Stellen: Bei der Präsentation der vorläufigen Jahresbilanz hat SAP den Abbau von gut 3300 Jobs angekündigt. Weltweit soll die Stellenzahl bis Jahresende auf 48.500 von zuletzt 51.800 sinken. Das sind knapp sechs Prozent der Belegschaft.

Auch andere europäische Unternehmen kämpfen mit den Folgen der Krise: Der französisch-italienische Halbleiterhersteller STMicroelectronics streicht 4500 Stellen. Nach einem nach eigenen Angaben "brutalen Einbruch der Weltwirtschaft" baue das Unternehmen ein Zehntel seiner Arbeitplätze ab und werde drei Werke in den USA und in Marokko schließen, teilte die Gruppe am Dienstagabend in Paris mit. STMicroelectronics machte demnach im vergangenen Jahr einen Verlust von 786 Millionen Dollar. Der Umsatz sank um 1,6 Prozent auf 9,84 Milliarden Dollar.

Zum Jahresende 2008 hatte sich dabei die Lage dramatisch verschlechtert. Im vierten Quartal sank der Umsatz angesichts der rückläufigen Nachfrage bei Chips für Mobiltelefone, MP3-Playern und Fotoapparaten sowie aus der Autobranche um 17 Prozent auf 2,28 Milliarden Dollar.

Neue Schreckenszahlen vom Arbeitsmarkt erschütterten zuletzt auch die US-Wirtschaft: 20.000 Jobs fallen weg beim Baumaschinenbauer Caterpillar, 8000 beim Handy-Riesen Sprint, 7000 bei der Heimwerkerkette Home Depot. Microsoft, Intel, United Airlines streichen ebenfalls im großen Stil Stellen.

Dennoch schöpfen die Menschen in den USA Hoffnung: Einer Umfrage des Forschungsinstituts Conference Board zufolgen schätzten die amerikanischen Verbraucher die Lage am Arbeitsmarkt nicht mehr so düster ein wie noch im Vormonat. Im Januar sagten weniger Befragte als im Dezember, es sei schwierig an einen Job zu gelangen. 2008 hatte sich die Lage am US-Arbeitsmarkt stark eingetrübt. Im November und Dezember verloren jeweils mehr als 500.000 Menschen ihren Job. Die USA stecken seit mehr als einem Jahr in einer Rezession.

cvk/dpa/AFP/Reuters

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