Wirtschaftskrise: Ölpreise fallen auf Dreijahrestief - DER SPIEGEL
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Wirtschaftskrise Ölpreise fallen auf Dreijahrestief

Der Abschwung der Weltwirtschaft lastet auf den Ölmärkten. Angesichts miserabler Konjunkturaussichten erreichen die Preise für Sorten wie WTI oder Brent zeitweise die tiefsten Stände seit rund drei Jahren. Auch der Preis für Opec-Öl gerät unter Druck.
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London/New York/Paris - Ein Barrel (159 Liter) der US-Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) zur Auslieferung im Dezember kostete am Donnerstag zeitweise nur noch 54,67 Dollar. Ein Fass der Nordseesorte Brent sank zwischenzeitlich auf bis zu 50,60 Dollar. Ein ähnliches Preisniveau hatten die Sorten zuletzt im Oktober 2005 beziehungsweise im Mai 2005 erreicht.

Im weiteren Tagesverlauf erholten sich die Preise wieder etwas. US-Rohöl kostete am frühen Nachmittag rund 57 Dollar. Ein Fass Brent   wurde zuletzt mit rund 53 Dollar gehandelt.

Händler begründeten die niedrigen Preise mit den weiterhin sehr schwachen Aktienmärkten und Sorgen vor einer kräftigen Nachfrageschwäche. Angesichts einer drohenden Weltwirtschaftskrise seien die Investoren stark verunsichert, hieß es. Untermauert wurde dies laut einer Commerzbank-Studie durch die jüngsten Prognosen des US-Energieministeriums. Die Behörde erwartet für das laufende Jahr ein Rückgang des Ölverbrauchs in den USA. Es wäre das erste Minus seit 1980.

Dagegen werden Angebotsrisiken laut Commerzbank am Markt derzeit vollkommen ignoriert. So werde das weltweit bedeutendste Ölkartell, die Organisation Erdöl exportierender Staaten (Opec), ihre Fördermenge aller Voraussicht nach spätestens im Dezember erneut senken. Laut Opec-Präsident Chatib Khelil ist eine Kürzung bereits Ende November möglich.

Auch der Preis für Opec-Rohöl ging zurück. Erstmals seit Januar 2007 sank der sogenannte Korbpreis unter die Marke von 50 Dollar. Ein Barrel aus den Fördergebieten des Kartells habe am Mittwoch 49,94 US-Dollar gekostet, teilte das Opec-Sekretariat am Donnerstag. Das waren 2,30 Dollar weniger als am Dienstag.

Die Internationale Energieagentur (IEA) hat wegen der weltweiten Konjunkturkrise ihre Prognosen für die Ölnachfrage erneut zurückgenommen. In diesem Jahr werde die Nachfrage nur um 0,1 Prozent auf 86,2 Millionen Fass pro Tag steigen, erklärte die IEA am Donnerstag. Das sind 330.000 Barrel pro Tag weniger als bisher erwartet.

Kundenansturm beim Heizöl

Heizölverbraucher in Deutschland nutzen die sinkenden Preise um sich für den Winter einzudecken. Allein im Oktober wurden 2,8 Millionen Tonnen und damit gut 57 Prozent mehr Heizöl als im Vorjahresmonat verkauft, erklärte der Mineralölwirtschaftsverband am Donnerstag.

Etliche Verbraucher hatten sich in der Hochpreisphase bis zum Sommer mit Käufen sehr zurückgehalten. Nun gibt es offenbar einen großen Nachholbedarf. Entsprechend müssen die Kunden mit langen Wartezeiten rechnen. Die Heizöl-Händler arbeiteten an ihrer Kapazitätsgrenze, hieß es.

suc/dpa-AFX/dpa

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