Wirtschaftskrise: Siemens enttäuscht die Börse - DER SPIEGEL
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Wirtschaftskrise Siemens enttäuscht die Börse

Die Wirtschaftskrise trifft auch Siemens: Der Elektrokonzern meldet Einbußen im Industrie- und Medizintechnikgeschäft, nur in der Energiesparte ist die Auftragslage solide. Die Siemens-Aktie gab im frühen Börsenhandel deutlich nach.
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München - Der Industriekonzern Siemens   bekommt die Wirtschaftsflaute zu spüren. Vor allem das kurzzyklische Industriegeschäft des Konzerns habe die Talsohle noch nicht erreicht, sagte Finanzchef Joe Kaeser in einer Analystenpräsentation. Die Lichttechniktochter Osram leide unter dem schwachen Endkundenmarkt sowie der Autokrise, sagte Kaeser weiter.

An der Börse wurden die Warnsignale, die Kaeser damit aussandte, mit Besorgnis aufgenommen: Die Siemens-Aktie notierte im frühen Handel - gegen einen positiven Markttrend - gut ein Prozent tiefer. Vor Veröffentlichung der Aussagen hatte der Titel im Plus gelegen.

Im Energiegeschäft verzeichne Siemens dagegen eine solide Auftragslage, teilte das Unternehmen mit. Auch im laufenden zweiten Geschäftsquartal liege der Wert der Bestellungen über dem Umsatz. Dabei profitiere der Sektor von einem kürzlich bekanntgegebenen milliardenschweren Großauftrag aus dem Irak. Der Konzernsektor verfüge über "eine gesunde Auftragslage". Die Renditen im konventionellen Kraftwerksgeschäft steigen laut Analystenpräsentation. Auch das Geschäft mit Meereswindkraftanlagen laufe gut, lediglich bei landbasierten Windturbinen werde der Preiskampf härter.

Das dritte große Standbein Medizintechnik wird weiter von der Lage in den USA belastet. Nachdem bislang vor allem Einsparungen im dortigen Gesundheitswesen auf dem Geschäft lasteten, gebe es jetzt auch erste Anzeichen eines steigenden Preisdrucks.

Für Ärger sorgt das Atomprojekt von Siemens in Russland. Der französische Atomkonzern Areva warf Siemens wegen der geplanten Partnerschaft mit dem russischen Nuklearunternehmen Rosatom Vertragsbruch vor. Siemens unterliege einer Sperrklausel, die dem Unternehmen nach seinem Ausstieg aus der gemeinsamen Tochter Areva NP konkurrierende Aktivitäten untersage, betonten die Franzosen in einer in Paris verbreiteten Stellungnahme. Siemens hatte Ende Januar überraschend angekündigt, seinen 34-prozentigen Anteil bei Areva NP aufzugeben. Stattdessen kooperieren die Deutschen nun mit dem russischen Konzern Rosatom.

cte/Reuters/dpa

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