Wirtschaftspolitik: Bofinger lobt die Große Koalition - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Wirtschaftspolitik Bofinger lobt die Große Koalition

Mit seinen Vorschlägen zur Stärkung der Massenkaufkraft vertritt der Wirtschaftsweise Peter Bofinger im Kreise seiner Kollegen nicht eben eine Mehrheitsmeinung. Trotzdem sieht er seine Vorstellungen im Programm der Großen Koalition weitgehend berücksichtigt.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Stuttgart - "Ich fühle mich nicht isoliert, sondern bestätigt", sagte das Mitglied des Sachverständigenrats den "Stuttgarter Nachrichten". "Der Kurs deckt sich grundsätzlich mit dem, was ich mir vorstelle."

Bofinger ist unter den "Wirtschaftsweisen" des Sachverständigenrats der einzige, der die Massenkaufkraft in den Mittelpunkt stellt. Die Koalition trage dem Rechnung, indem sie im Jahr 2006 "konjunkturelle Belastungen" vermeide und hierfür sogar die Überschreitung der Maastricht-Grenze bei der Neuverschuldung in Kauf nehme, sagte Bofinger. "Man hört auch aus der Politik - sogar von Herrn Stoiber - zunehmende Sympathie für die Forderung nach gutem Geld für gute Arbeit."

Die jüngsten Erfahrungen hätten gezeigt, dass eine rein angebotsorientierte Politik keinen Erfolg bringe, sagte Bofinger. "Das alles hat nicht zu einem selbsttragenden Aufschwung geführt." In Deutschland bestehe die einzigartige Situation, dass die Nachfrage seit Jahren stagniere. Deshalb fordere er eine deutliche Erhöhung der Löhne. "Wenn wir eine Nominallohnerhöhung von zweieinhalb bis drei Prozent hätten, würde die Kaufkraft steigen, und zugleich bliebe unsere Wettbewerbsfähigkeit gegenüber den wichtigsten Konkurrenten in Westeuropa unverändert", sagte Bofinger.

ddp/mar