Wirtschaftswachstum: Institut korrigiert Prognose - nach oben - DER SPIEGEL
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Wirtschaftswachstum Institut korrigiert Prognose - nach oben

Das Kieler Institut für Weltwirtschaft hat seine Wachstumsvorhersage für Deutschland auf 1,8 Prozent erhöht. Motor der Konjunktur bleibt der Außenhandel.
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Berlin - Erst im März hatten die Wirtschaftsforscher ihre Prognose auf 1,6 Prozent gesenkt. Doch der kräftige Exportanstieg im ersten Halbjahr habe den bremsenden Effekt höherer Ölpreise mehr als wettgemacht. "Die Konjunkturerholung in Deutschland setzt sich in mäßigem Tempo fort", erklärten die Experten. Der Außenhandel werde der Motor der deutschen Konjunktur bleiben. "Aber auch die Inlandsnachfrage ist aufwärts gerichtet, der Anstieg ist allerdings wesentlich geringer".

Im laufenden Jahr wirkt sich die hohe Zahl zusätzlicher Arbeitstage positiv auf das Wirtschaftswachstum aus. Für 2005 bleibt dieser Effekt jedoch aus. Daher liegt die Prognose des IfW nur bei 1,3 Prozent. "Im kommenden Jahr lässt die Dynamik der Exporte auf Grund der schwächer werdenden Weltkonjunktur etwas nach", schreiben die Forscher.

Das gesamtstaatliche Defizit wird sich im kommenden Jahr nach IfW-Schätzung nur geringfügig von 3,8 auf 3,5 Prozent verringern. Damit würde das Defizit zum vierten Mal in Folge über der europäischen Obergrenze von drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts liegen.

Bei seinen Prognosen unterstellt das IfW, dass der Ölpreis pro Barrel (159 Liter) von derzeit gut 35 Dollar bis Ende 2004 auf 32 Dollar sinkt. Das Institut kalkuliert mit einem Euro-Kurs von etwa 1,20 Dollar. Es rechnet weiter nicht mit einer EZB-Zinserhöhung vor dem Jahresende 2005.

Auch die anderen führenden Wirtschaftsinstitute werden in den kommenden Wochen ihre Sommerprognosen vorstellen. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat angekündigt, seine Vorhersage von 1,4 Prozent ebenfalls nach oben anheben zu wollen. Das DIW hatte bislang jedesmal die pessimistischsten Prognosen herausgegeben.

Auch bei anderen Instituten ist von Aufwärtsrevisionen die Rede. In ihrer Gemeinschaftsvorhersage hatten die sechs Institute für 2004 im Frühjahr ein Wachstum von 1,5 Prozent prognostiziert.