Wirtschaftswachstum Mageres Plus im dritten Quartal
Wiesbaden - Die deutsche Wirtschaft ist wieder nur mäßig gewachsen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) habe von Juli bis September real um 0,3 Prozent zum Vorquartal zugelegt, teilte das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mit. Auch für das zweite Quartal revidierten die Statistiker die Zahlen nach unten, in diesem Zeitraum lag das Wirtschaftswachstum nur bei 0,2 Prozent.
Es ist die dritte Vierteljahreszunahme in Folge, nachdem es in den drei letzten Quartalen des Jahres 2001 Rückgänge gegenüber dem Vorquartal gegeben hatte. Die Wirtschaftsleistung im dritten Quartal wurde von 38,7 Millionen Erwerbstätigen erbracht, das waren 297.000 oder 0,8 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.
Zum Vorjahresquartal erhöhte sich das BIP dem Statistikamt zufolge um 0,9 Prozent nach einem Anstieg von 0,4 Prozent im zweiten Quartal. Wie schwach das Wachstum ist, zeigt sich an den kalenderbereinigten Zahlen. Dabei wurde berücksichtigt, dass es in den vergangenen beiden Quartalen einen Arbeitstag mehr gibt als in den Vergleichszeiträumen des Vorjahres. Hier ergab sich ein Plus von nur 0,4 Prozent im dritten Quartal und im zweiten Quartal sogar ein Rückgang von 0,1 Prozent.
Während sich der Privatkonsum um 0,5 Prozent zum zweiten Vierteljahr erhöhte, nahmen die Bruttoanlageinvestitonen in dieser Größenordnung ab. Die Exporte stiegen um 2,7 Prozent und die Importe um 2,8 Prozent.
Nach Einschätzung der meisten Volkswirte hat das deutsche Wirtschaftswachstum bereits im Sommer-Quartal den Jahreshöhepunkt erreicht. Angesichts der verschlechterten Konjunkturaussichten für die USA und den absehbaren Belastungen für Konsum und Investitionen nach den Steuerplänen der Regierung wird größtenteils kaum noch mit Wachstum im Winterhalbjahr gerechnet. So rechnet der deutsche Sachverständigenrat für 2002 nur mit einem jährlichen Wachstum des BIP von 0,2 Prozent und für 2003 von einem Prozent. Die offizielle Prognose der Bundesregierung liegt bei 0,5 beziehungsweise 1,5 Prozent.