Wirtschaftsweise: Inflationsschub im Januar - DER SPIEGEL
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Wirtschaftsweise Inflationsschub im Januar

Wirtschaftsexperten rechnen im Januar mit einem Preisschub von mehr als drei Prozent. Einige von ihnen befürchten sogar, dass die Europäische Zentralbank deshalb die Zinsen nicht weiter senken kann.
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Berlin - "Wir dürften im Jahresvergleich über die Drei-Prozent-Marke rutschen", sagte Bert Rürup, der dem Sachverständigenrat der Bundesregierung angehört, gegenüber "Bild". "Daran sind zu etwa einem Drittel Euro-bedingte Preiserhöhungen schuld, der Rest sind Steuereffekte und die hohen Obst- und Gemüsepreise", so Rürup.

Die meisten Ökonomen erwarten jedoch, dass die Preise im Jahresverlauf wieder sinken werden. So sagte der Wirtschaftsweise Wolfgang Wiegard dem Bericht zufolge, dass die Jahresteuerungsrate im laufenden Jahr im Schnitt "deutlich unter zwei Prozent" sinken werde. Auch Ulrich Ramm, Chefvolkswirt der Commerzbank, sieht langfristig einen Abwärtstrend: "Die Verbraucher werden sich das nicht bieten lassen, daher werden viele Preise auch wieder sinken."

Uwe Angenendt, Chefvolkswirt der BHF-Bank, ist dagegen pessimistisch. Er befürchtet einen Anstieg der Inflationsrate im Vergleich zum Vorjahr um mindestens 2,2 Prozent. Weitere Zinssenkungen der EZB wären dann ad acta zu legen, so Angenendt. Seiner Ansicht nach muss der EZB-Rat dann sehr genau analysieren, ob es im Preisanstieg nicht doch dauerhafte Elemente gibt. Der BHF-Ökonom gab zu bedenken, dass die Lohnrunde 2002 anstehe und dass von den Gewerkschaften angesichts einer höheren Inflation auch höhere Lohnforderungen zu erwarten seien.