Witten-Herdecke: Software-AG-Gründer erwägt Uni-Übernahme - DER SPIEGEL
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Witten-Herdecke Software-AG-Gründer erwägt Uni-Übernahme

12 Millionen Euro Miese bei 36 Millionen Euro Budget: Die renommierte Privat-Uni Witten-Herdecke steckt in großen finanziellen Schwierigkeiten. Die Studenten haben deshalb den Gründer der Software AG gebeten, ihre Uni zu übernehmen.
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Hamburg - Die Stiftung will heute über eine verbindliche Offerte entscheiden, um die Stimmenmehrheit von den überwiegend privaten Eignern zu übernehmen und die Uni mit einem finanziellen Polster für mehrere Jahre auszustatten. Dabei geht es um die Summe von 23 Millionen Euro. "Studierende haben uns angesprochen, ob wir uns engagieren wollen", sagte ein Stiftungssprecher der "Financial Times Deutschland". "Wir würden das gern machen, aber nicht allein." Es gebe bereits Gespräche mit weiteren Stiftungen und Unternehmen.

Stifter und Vorstandschef der Software AG   ist Peter Schnell. Er hatte der Hochschulleitung bereits im Mai eine Absichtserklärung überreicht. Anfang dieser Woche prüften Mitarbeiter in Witten die Bücher und fanden ein Defizit von 12 Millionen Euro bei einem Gesamtbudget von 36 Millionen Euro. "Die Uni ist eine große Baustelle, ohne Einschnitte wird es auch mit uns nicht gehen", sagte der Sprecher der Software-Stiftung.

Interesse besteht auch bei der Heidelberger SRH Holding, die bereits im Februar ein Angebot vorgelegt hat. Das Unternehmen betreibt neben diversen Kliniken auch fünf Hochschulen. Der Jahresüberschuss betrug 2006 nach eigenen Angaben 20 Millionen Euro. SRH will auch Witten wirtschaftlicher machen. "Wir bringen nicht einfach Geld vorbei und stopfen Lücken", sagte ein Sprecher. Die Uni solle sich mehr daran orientieren, "was Wirtschaft und Gesellschaft brauchen".

Die Studenten wünschen sich laut ihrem Vertreter Lukas Wallacher eine Übernahme durch die Software-Stiftung. Übernehme SRH die Hochschule, gebe es einen "Ausverkauf" der Ideale von Freiheit und Eigenverantwortung, sagte er der Zeitung.

sam/dpa-AFX