WM-Löwe Goleo-Produzent soll gerettet werden
Altenkunstadt - Nach Vorstellungen des Konkursverwalters Michael Jaffé soll die Firma Nici "auf jeden Fall erhalten werden". Das sei oberstes Ziel, sagte ein Sprecher Jaffés. Derzeit verschaffe sich Jaffé in der Unternehmenszentrale im oberfränkischen Altenkunstadt ein Bild von der Lage des Unternehmens, teilte das Büro des vorläufigen Insolvenzverwalters heute mit. Nici hatte gestern einen Insolvenzantrag gestellt.
Nici-Vorstandschef und Firmengründer Ottmar Pfaff sei inzwischen seines Amtes enthoben. Der verbliebene Vorstand kündigte gestern Abend an, gemeinsam mit dem Insolvenzverwalter einen Finanzierungsplan zu erarbeiten, um das Unternehmen wieder flott zu machen. Das Management habe im Rahmen einer Überprüfung des Jahresabschlusses eine "erhebliche bilanzielle Unterdeckung" festgestellt. Das Unternehmen beschäftigt nach eigenen Angaben rund 560 Mitarbeiter. Im Jahr 2005 wurde ein Umsatz von 155,8 Millionen Euro erzielt.
Ob sich das Familienunternehmen mit den Lizenzgebühren und Produktionskosten für den WM-Löwen Goleo übernommen habe, lasse sich derzeit noch nicht sagen, betonte der Sprecher des Konkursverwalters. Dies werde erst die Überprüfung der Zahlungsströme in den nächsten Wochen ergeben.
Zunächst gehe es Jaffé darum, die Beschäftigten zu beruhigen, die von der Insolvenzanmeldung völlig überrascht worden waren. Zudem werde Jaffé versuchen, die Beziehungen zu Lieferanten und Kunden von Nici zu stabilisieren.
Im Zusammenhang mit einer Anzeige gegen den Nici-Vorstand wegen Bilanzfälschung kündigte die Unternehmensführung ihre volle Unterstützung der Staatsanwaltschaft an. Auch Nici sei an der Aufklärung der Vorwürfe interessiert, erklärten die verbliebenen Vorstände Helmut Meinhardt, Marina Pfaff und Berndt Rüggemeier. Der Leiter der Staatsanwaltschaft Hof, Gerhard Schmitt, erklärte, die eingegangene Anzeige eines Anwalts werde weiterhin auf ihre strafrechtliche Relevanz geprüft.
kaz/dpa-AFX/ddp