WM-Ticket-Streit: EnBW-Chef zeigt Staatsanwaltschaft an - DER SPIEGEL
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WM-Ticket-Streit EnBW-Chef zeigt Staatsanwaltschaft an

Der Streit um WM-Einladungen für Politiker durch die Karlsruher EnBW spitzt sich zu. Der Energiekonzern wirft der Staatsanwaltschaft Rechtsbeugung und Verfolgung Unschuldiger vor. Heute stellte das Unternehmen Strafanzeige.
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Hamburg - Die im Namen der EnBW   und des Vorstandsvorsitzenden Utz Claassen erfolgte Anzeige sei beim Generalstaatsanwalt abgegeben worden, teilte Konzern-Sprecher Hermann Schierwater heute in Karlsruhe mit. In der Anzeige rügt der Konzern "offensichtliche Rechtsbeugung und Verfolgung Unschuldiger".

Zudem kritisiert das Unternehmen, die Staatsanwaltschaft lege "zweierlei Maß" an. So werde gegen EnBW-Chef Claassen und einige Amtsträger, nicht aber gegen den baden-württembergischen Justizminister Ulrich Goll (FDP) ermittelt. Die EnBW sprach von einem "Justiz- und Politskandal", den Goll zu verantworten habe. Vor der jetzt erfolgten Anzeige hatte der Energiekonzern eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen die Staatsanwaltschaft Karlsruhe eingereicht.

Der Stromkonzern hatte im vergangenen Jahr als nationaler Sponsor der Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland einigen Politikern Gutscheine für je zwei Gratis-WM-Tickets geschickt. Die Ermittlungen gegen Claassen und andere Verdächtige ziehen sich bereits einige Monate hin.

Hintergrund des Streits sind Berichte, wonach Goll sich auf Einladung des VfB Stuttgart Spiele des Bundesligisten angesehen hat. Der Justizminister selbst hält sein Verhalten für nicht "anstößig oder gar strafbar". Gleichzeitig hatte der Landesminister in den vergangenen Tagen die Ermittlungen gegen Claassen wegen Einladungen des Konzerns an Politiker verteidigt, weil nach neuer Gesetzeslage schon das "Anfüttern" von Amtsträgern für einen Anfangsverdacht wegen Vorteilsgewährung genügen könne.

kaz/dpa

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