WorldCom Finanzmanager wandern in den Knast
New York - Sullivan und Myers wurden der Bundeskriminalpolizei FBI in Manhattan festgenommen und in Handschellen zum Gericht gebracht.
Den beiden wird Betrug und Verschwörung vorgeworfen. Sullivan und Myers waren im Juni nach Aufdeckung der Falschbuchungen in den Bilanzen im Umfang von 3,8 Milliarden Dollar entlassen worden. Im Fall einer Verurteilung drohen ihnen bis zu zehn Jahre Haft.
WorldCom hatte am 21. Juli in der größten Pleite in der US-Wirtschaftsgeschichte Insolvenzantrag gestellt. Knapp vier Wochen zuvor war bekannt geworden, dass der zweitgrößte Anbieter von Ferngesprächen in den USA seine Bilanzen im großen Stil geschönt hatte. Der Konzern, der mehr als 60.000 Mitarbeiter beschäftigt, hatte zugegeben, fast vier Milliarden Dollar an Ausgaben in den Bilanzen unterschlagen zu haben.
Gegen den früheren langjährigen Konzernchef und WorldCom-Mitgründer Bernard Ebbers laufen ebenfalls Untersuchungen. Er schuldet WorldCom 408 Millionen Dollar, die ihm das Unternehmen als Kredit gegeben hatte. Ebbers musste vor einigen Monaten auf Druck der Aktionäre und Gläubiger zurücktreten.
Neben den Ermittlungen der Justiz beschäftigt sich auch die US-Börsenaufsicht SEC mit dem Unternehmen. Sie hatte ihre Ermittlungen bereits nach bekannt werden des Bilanzskandals aufgenommen.