WorldCom-Pleite: Richter genehmigt Zwischenkredit - DER SPIEGEL
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WorldCom-Pleite Richter genehmigt Zwischenkredit

Ein erster Schritt zur Sanierung der insolventen Telefongesellschaft WorldCom ist WorldCom-Chef John Sidgmore bereits gelungen. Am Montag billigte der Konkursrichter eine Zwischenfinanzierung von bis zu zwei Milliarden US-Dollar.
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Clinton - Bis zur Anhörung am 4. September dürfen aber zunächst nur 750 Millionen Dollar ausbezahlt werden. Das aber genüge nach Angabe des Unternehmens zur Fortsetzung der Geschäfte. Nach dem 4. September erwarte die Telefongesellschaft die vollständige Bereitstellung von Zwischenkrediten in Höhe von über zwei Milliarden Dollar von den Banken.

Der Richter des Konkursgerichts, Arthur J. Gonzalez, gab zudem am Montag dem Antrag des US-Justizministeriums statt, die Insolvenz von WorldCom durch einen unabhängigen Prüfer untersuchen zu lassen. Dieses Vorgehen war zuvor auch im Fall Enron beschlossen worden. Der Experte soll die Insolvenz vor dem Hintergrund von Missmanagement, Betrug und Unregelmäßigkeiten überprüfen. WorldCom hat dieser Untersuchung bereits zugestimmt. Und ebenso wie seinerzeit Enron hat auch WorldCom die Kanzlei Weil Gotshal & Manges LLP mit ihrer Vertretung im bis dato größten Insolvenzfall in der US-Geschichte beauftragt.

Die Ergebnisse der Untersuchung fürchtet Sidgmore offenbar nicht. Er demonstrierte in einem Interview mit dem Fernsehsender NBC die Zuversicht, dass es nicht zu einer Zerschlagung seines Unternehmens kommen werde. Aktuell gebe es auch keine Pläne für weitere Entlassungen.

Trotzdem wird mit den Zwischenkrediten der Schuldenberg des insolventen US-Telekomkonzerns zunächst weiter wachsen. Größter europäischer Gläubiger von WorldCom ist nach Zeitungsberichten derzeit die Deutsche Bank mit 1,01 Milliarden Dollar. Diesen Betrag habe WorldCom im Antrag an das zuständige New Yorker Konkursgericht genannt, heißt es in einem Bericht der "Börsen-Zeitung" (Dienstagausgabe). Danach sollen in der Rangliste der Gläubiger vor dem Frankfurter Kreditinstitut noch elf weitere Adressen mit höheren Forderungen stehen, allen voran JP Morgan Trust mit 17,2 Milliarden Dollar.

Die Insolvenz des Telefonkonzerns führt möglicherweise zu Millionen-Abschreibungen bei deutschen Banken und Versicherern, heißt es in der Tageszeitung "Die Welt" zu dem Thema. Neben der Deutschen Bank soll sich nach Branchenschätzungen auch die Allianz-Gruppe, zu der die Dresdner Bank gehört, mit 100 bis 200 Millionen Dollar bei WorldCom engagiert haben. Auch die Münchener Rück habe unterdessen bestätigt, knapp 80 Millionen Dollar in Form von Anleihen und Aktien des US-Konzerns zu halten. Bei der Deutschen Bank handele es sich neben den 240 Millionen Dollar Krediten mit knapp 800 Millionen Dollar um verwaltetes Fondsvermögen.

Für die vom Sidgmore herausgestellten wertvollen "Aktiva", nämlich die rund 21 Millionen Kunden, gibt es bereits Interessenten. So verhandelt die AT&T nach eigenen Angaben mit der insolventen WorldCom. Man wolle sich die profitabelsten Kunden heraussuchen, sagte AT&T-Sprecher Mark Siegel. WorldCom hatte zuvor betont, bislang keinen ihrer größeren Kunden verloren zu haben.