Worldcom-Skandal Bernie Ebbers soll vor Gericht
New York - Die Staatsanwaltschaft wirft dem Unternehmen und fünf weiteren ehemaligen Mitarbeitern nach Angaben des "Wall Street Journal" vor, das Wertpapiergesetz Oklahomas verletzt zu haben. Das Land wolle beweisen, dass Worldcom als Unternehmen und sechs Einzelpersonen, darunter Ex-Firmenboss Ebbers, die Investoren absichtlich falsch über die Gesellschaft informiert hätten, um so Aktien zu verkaufen.
Der Schritt Oklahomas ist ungewöhnlich. Die Bundesbehörden haben bereits mehrere Einzelpersonen des Betrugs beschuldigt, aber nicht das Unternehmen selbst, weil Worldcom bei den Untersuchungen kooperierte. Der Schritt Oklahomas kann dem "Journal" zufolge auch andere Bundesstaaten dazu veranlassen, eigene Untersuchungen einzuleiten und zu klagen.
Allerdings ist unklar, welche Auswirkungen die Klage oder gar eine Verurteilung für Worldcom haben könnte. Der Konzern firmiert heute unter dem Namen MCI. Vor allem ist dem "Journal" zufolge fraglich, wie sich die neue Situation auf die Bemühungen des Konzerns auswirkt, sich aus der Aufsicht des Konkursgerichtes zu lösen.
Worldcom hatte im Juni 2002 den größten Bankrott der US-Geschichte hingelegt. Der Konzern hatte seine Bilanzen in Höhe von elf Milliarden Dollar geschönt - sie hatten tatsächliche Verluste als Gewinne verbucht.
Die Worldcom-Aktien waren auf der Höhe des Börsenbooms mehr als 100 Milliarden Dollar wert - Mitte 2002 waren sie fast wertlos. Im Mai dieses Jahres willigte die neue Geschäftsführung in eine Rekordentschädigung für die Aktionäre in Höhe von 500 Millionen Dollar ein.