WWF-Studie Deutsche Importe verschärfen globale Wassernot
Frankfurt am Main - Deutschland trägt durch die Einfuhr ausländischer Produkte erheblich zum globalen Wassernotstand bei. Das ergibt eine Studie der Umweltorganisation WWF, die umfassend den "Wasser-Fußabdruck", den Deutschland in der Welt hinterlässt, analysiert.
Dieser berücksichtigt nicht nur den täglichen Durchschnittsverbrauch pro Person, sondern addiert die Wassermenge hinzu, die benötigt wird, um Produkte herzustellen. So wird etwa bei der Herstellung von einem Pfund Kaffee durch die Bewässerung der Felder eine hohe Menge Flüssigkeit verbraucht.
Deutschland importiert demnach jährlich Produkte, für deren Herstellung insgesamt rund 160 Milliarden Kubikmeter Wasser nötig seien, teilte die Organisation am Montag in Frankfurt am Main mit. Neben den USA und Japan gehören die Deutschen damit zu den weltweit größten Wasserverschwendern.
Für die Herstellung von Produkten im Ausland, die in Deutschland verbraucht werden, werde damit fast genauso viel Wasser benötigt wie bei der Herstellung von Waren in Deutschland selbst. Umso problematischer daran ist, dass das Wasser den Angaben zufolge hauptsächlich in Trocken- und Dürregebieten wie etwa in Spanien, Türkei, Teilen Brasiliens und afrikanischen Ländern verbraucht wird.
An der Spitze stehe mit fast sechs Milliarden Kubikmetern Brasilien, das vor allem landwirtschaftliche Güter wie Kaffee, die Tierfutterpflanze Soja oder Fleisch nach Deutschland liefere, teilte der WWF mit. Beim Handel mit der Türkei und Spanien fielen knapp zwei Milliarden Kubikmeter an, vor allem für Baumwolle oder Obst.
Wie aus den Zahlen hervorgehe, verbrauche jeder Deutsche pro Tag knapp 5300 Liter Wasser durch den Konsum von Gütern für den eigenen Bedarf. Dies entspreche 25 Badewannenfüllungen. Der direkte täglich Wasserverbraucher falle dagegen mit 124 Litern deutlich geringer aus. Dieser sei in den vergangenen beiden Jahrzehnten sogar um 20 Liter gesunken. Laut "Süddeutscher Zeitung" verbrauchen die Deutschen damit pro Jahr dreimal so viel Wasser wie der Bodensee fassen kann.