Yukos: Bankrott in einem Monat - DER SPIEGEL
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Yukos Bankrott in einem Monat

Der russische Ölkonzern Yukos leidet schwer unter den Steuernachzahlungen in Milliardenhöhe. Schon im August sollen die Reserven aufgebraucht sein. Verschärft wird die Situation durch den drohenden Verkauf des wichtigsten Förderbetriebs.
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Moskau - Sollten geplante Kreditaufnahmen scheitern und der Staat den Förderbetrieb Juganskneftegas verkaufen, müsse man Insolvenz , hieß es heute in einer Mitteilung der Konzernspitze. Die russische Justiz hatte am Dienstag angekündigt, Juganskneftegas zu verkaufen, um einen Teil der Yukos-Steuerschulden in Höhe von 2,8 Milliarden Euro einzutreiben.

Unabhängig von Zwangsverkäufen des Yukos-Vermögens sind die Aussichten düster, denn das operative Geschäft des größten russischen Erdölexporteurs ist insgesamt gefährdet. Nach Einschätzung von Finanzexperten kann das Unternehmen in einigen Wochen seine laufenden Kosten für Förderung und Transport nicht mehr zahlen, da die Geschäftsführung keinen Zugriff mehr hat auf die Konten. Die laufenden Ausgaben betragen nach Yukos-Angaben monatlich knapp 1,4 Milliarden Euro.

"Das Unternehmen war noch im Stande, sein Cash-Defizit im Juli zu decken, aber es könnte möglicherweise nicht länger als maximal bis Mitte August dazu in der Lage sein", erklärte das Yukos-Managment am Vormittag.

"Ich glaube nicht, dass wir aus der Erklärung neue Informationen bekommen haben", sagte John Bates, Analyst der WestLB in London, der Nachrichtenagentur Reuters. "Die Regierung hat das Problem, dass sie faktisch die Kontrolle über den Fortbestand des Unternehmens übernimmt, aber dass sie den Markt nicht attraktiv macht für potenzielle Käufer."

Insgesamt muss Yukos für die Jahre 2000 und 2001 Steuern in Höhe von rund sieben Milliarden Dollar nachzahlen. Zusammen mit Nachforderungen aus den Jahren 2002 und 2003 könnten sich die Steuerschulden nach Schätzungen von Analysten auf zehn Milliarden Dollar summieren.