Zahnersatzversicherung gestoppt Zahnärzte beklagen fehlenden politischen Stil
Berlin - Der Vorsitzende der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung, Jürgen Fedderwitz, sagte im Berliner "Tagesspiegel", dass die Leistungserbringer bereits "viele Tausend Euro" für die Vorbereitung aufgewendet hätten. "Eigentlich müsste man dem Gesetzgeber eine Schadenersatzrechnung machen", zitiert das Blatt Fedderwitz.
Der Präsident der Bundeszahnärztekammer, Jürgen Weitkamp, kritisierte in derselben Zeitung "mangelnde Standfestigkeit" und "fehlenden politischen Stil". Er sei fassungslos, dass zwei große Parteien bei der Umsetzung einer derart kleinen Reform scheitern.
Dagegen signalisiert die Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di indirekt Zustimmung mit dem Reformaufschub. Die paritätische Finanzierung des Gesundheitssystems dürfe nicht ausgehöhlt und die Arbeitgeber nicht aus ihrer Verantwortung entlassen werden, forderte Ver.di-Chef Frank Bsirske in der "Berliner Zeitung". Es sei sinnvoll, den Zahnersatz bis zur endgültigen Klärung in der paritätischen Finanzierung zu belassen.
Bsirske warnte vor Zwischenlösungen, die die Lasten zwischen starken und schwachen Schultern, zwischen Arbeitgebern und Beschäftigten ungerecht verteilen würden. Gebraucht werde ein solidarisch finanziertes Gesamtmodell, das auch den Zahnersatz mit einschließe.